18 Festnahmen
Terror-Pläne lähmen britischen Flugverkehr

Nach mehreren Monaten verdeckter Ermittlungen hat die britische Polizei 18 Verdächtige festgenommen, die vorgehabt haben sollen, Flugzeuge auf dem Weg in die USA mit Sprengladungen im Handgepäck zum Absturz zu bringen. Nun gelten für den Flugverkehr auf der Insel drakonische Sicherheitsvorkehrungen.

HB LONDON. Der britische Innenminister John Reed sagte am Donnerstagmorgen, die Terroristen hätten „zahlreiche“ Passagierflugzeuge in der Luft sprengen wollen, was „erheblich“ viele Menschen das Leben gekostet hätte. Nach Angaben der britischen Polizei wollten die Täter im Handgepäck Bomben an Bord der Maschinen schmuggeln und während der Flüge von Großbritannien in die USA zünden wollen. 18 Tatverdächtige seien in der Nacht zum Donnerstag im festgenommen worden, alle von ihnen im Großraum London. Den Festnahmen seien mehrmonatige verdeckte Ermittlungen des Geheimdienstes und der Polizei vorangegangen, sagte der Polizeisprecher.

In britischen Medienberichten war von mehr als 20 Flugzeugen die Rede, die Terroristen nach dem Start in Großbritannien zur Explosion bringen wollten. Dabei hätten tausende Menschen getötet werden können. Dass Spezialeinheiten der Polizei und des Geheimdienstes MI5 in der Nacht zum Donnerstag zugriffen, bedeute nicht, dass die Bombenanschläge auch für diesen Zeitpunkt geplant gewesen seien, sagte ein Experte dem Sender BBC.

Auf allen britischen Flughäfen wurden die Sicherheitsvorkehrungen und -bestimmungen am Donnerstagmorgen massiv verschärft. Passagiere dürfen bis auf weiteres kein Handgepäck mehr mit sich nehmen; alles Gepäck muss aufgegeben werden. „Absolut notwendige Gegenstände wie lebensnotwendige Medikamente“ ebenso wie Pässe und Flugscheine sollten die Passagiere in durchsichtigen Plastikbehältnissen bei sich führen. Elektrische oder batteriebetriebene Geräten einschließlich Mobiltelefonen und tragbaren Computern seien verboten.

Untersagte sei es auch, Flüssigkeiten mit an Bord zu nehmen. Als einzige Ausnahme sei es gestattet, bei Reisen mit Kleinstkindern Babymilch in Flaschen mit zu führen. Mütter oder Väter müssten aber vor den Augen von Sicherheitsbeamten von der Milch kosten, um nachzuweisen, dass diese tatsächlich ungefährlich sei.

Der Flughafenbetreiber BAA teilte mit, künftig würden alle Passagiere von Hand durchsucht. Sämtliche Schuhe und mitgeführten Gegenstände würden mit Röntgengeräten durchleuchtet. Bei Flügen in die USA werde es eine zusätzliche Sicherheitskontrolle am Flugsteig geben. Die irische Fluggesellschaft Ryanair riet den Passagieren, sich auf erhebliche Verspätungen einzustellen. Die Maßnahmen stünden nur noch eine Stufe unter einer denkbaren Schließung der Airports, berichtete der Sender BBC. Das Innenministerium in London erhöhte seine Sicherheits-Warnstufe von „ernst“ auf „kritisch“, die höchste von fünf Kategorien.

Die Deutsche Lufthansa strich am Donnerstag alle ihre Flüge nach Großbritannien, die bis 14 Uhr starten sollten. Zur Begründung wurde auf das Handgepäck-Verbot verwiesen, das zu erheblichen Wartezeiten führe. Ob die Nachmittags- und Abend-Flüge auf die Insel starten, ließ der Sprecher des Konzerns offen. Insgesamt fliegt die Lufthansa am Donnerstag 56 Mal nach Großbritannien.

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