18 Kandidaten standen zur Wahl
OSZE: Afghanistan-Wahl trotz Pannen fair

Trotz massiver Unregelmäßigkeiten ist die erste Präsidentenwahl in der Geschichte Afghanistans nach Ansicht von unabhängigen Wahlbeobachtern der OSZE „im Großen und Ganzen geordnet“ und überwiegend frei und fair abgelaufen.

HB KABUL. Die Gegenkandidaten von Übergangspräsident Hamid Karsai, der als klarer Favorit gilt, rückten am Sonntag von ihrer Forderung nach einer Wiederholung des historischen Urnengangs ab. Sie verlangten aber eine neutrale Untersuchung der Vorfälle. Die afghanische Wahlbehörde kündigte die Einrichtung einer unabhängigen Kommission dazu ein.

Nach Ansicht von OSZE-Wahlbeobachtern verlief die Stimmabgabe am Samstag trotz Pannen und Unregelmäßigkeiten „im Großen und Ganzen geordnet“. Den vor knapp drei Jahren gestürzten Taliban gelang es nicht, die Wahl - wie angedroht - massiv zu stören. Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte während eines Pakistan-Besuchs zu der Wahl: „Der friedliche Verlauf und die hohe Wahlbeteilung stimmen - trotz der bekannten Probleme - zuversichtlich.“

Auch Außenminister Joschka Fischer bezeichnete die Präsidentschaftswahlen als erfolgreich. Sie seien „im ganzen Land weitestgehend friedlich verlaufen“, erklärte Fischer am Sonntag. „Die Wahlbeteiligung war nach ersten Angaben außergewöhnlich hoch. Angesichts von über 20 Jahren Krieg, Bürgerkrieg und Gewaltherrschaft in Afghanistan ist dies ein überaus beeindruckender Erfolg und ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einem sicheren, stabilen, freien und demokratischen Afghanistan.“ Die Bundesregierung respektiere die Entscheidung der afghanischen Wahlkommission, die Wahlen trotz eines Boykottaufrufes einer Anzahl von Kandidaten fortzuführen. Fischer: „Wir erwarten, dass die erhobenen Vorwürfe und gemeldeten Unregelmäßigkeiten rasch untersucht und aufgeklärt werden."

Nach Bekanntwerden von Unregelmäßigkeiten hatten alle 15 Herausforderer Karsais angekündigt, sie wollten das Wahlergebnis und die künftige Regierung nicht anerkennen. Am Sonntag forderte der Kandidat Abdul Satar Sirat als Sprecher der meisten Amtsbewerber nur noch, das Ergebnis einer unabhängigen Untersuchung müsse vor dem Wahlergebnis verkündet werden. Die afghanische Wahlbehörde hatte zuvor bereits Fehler und Pannen eingeräumt. Karsai nannte die Wahl „frei, fair und völlig rechtmäßig“.

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