18 Tote bei Anschlägen: Irak schließt vorübergehend seine Grenzen

18 Tote bei Anschlägen
Irak schließt vorübergehend seine Grenzen

Der Irak wird ab Donnerstag kommender Woche aus Sicherheitsgründen seine Grenzen für fünf Tage schließen. Die Regierung will damit die Anschlags-Gefahr während des Aschura-Festes, eines hohen schiitischen Feiertages, verringern.

HB BAGDAD. „In dieser Zeit strömen Menschen aus den Nachbarländern wegen des Aschura-Festes in den Irak“, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. „Dies macht es schwierig, die Sicherheit der Iraker und der Besucher zu gewährleisten.“ Vor einem Jahr wurden bei Selbstmordanschlägen in Bagdad und Kerbela während des Festes mindestens 171 Menschen getötet. Die angespannte Sicherheitslage in dem Golfstaat wurde am Donnerstag durch neue Rebellen-Anschläge unterstrichen. Dabei starben in verschiedenen Landesteilen mindestens 18 Iraker.

Die Grenzübergänge sollen der Regierung zufolge zwischen dem 17. und 22. Februar geschlossen bleiben. Die ausländischen Pilger müssten vor der Grenzschließung einreisen, wenn sie an dem Fest teilnehmen wollten, sagte der Regierungssprecher. Allerdings berichteten Autofahrer, die aus Syrien, Jordanien und dem Iran einreisen wollten, dass bereits einige Grenzübergänge geschlossen seien, was Pilgern die Einreise erschweren dürfte.

Angesichts der anhaltenden Gewalt im Irak hatte die Übergangsregierung im November den Notstand verhängt. Dadurch können die Behörden Ausgangssperren verhängen, Grenzen schließen und Verdächtige ohne Beachtung sonst üblicher juristischer Regeln festhalten.

Mindestens 18 Tote bei erneuten Anschlägen

Die Aufständischen kämpfen gegen die Übergangsregierung und die US-Truppen. Sie verüben fast täglich Anschläge, so auch am Donnerstag. Mindestens zehn irakische Polizisten starben Kreisen zufolge bei einem Schusswechsel mit Rebellen nahe der Stadt Salman Pak, südlich der Hauptstadt Bagdad. Der Kampf habe mehrere Stunden gedauert, mindestens 65 weitere Polizisten seien verletzt. Auf einer belebten Straßenkreuzung im Zentrum Bagdads starben bei einem Autobombenanschlag drei Zivilisten. Im Norden des Landes wurden in der Ölstadt Kirkuk zwei Iraker durch die Explosion einer Bombe getötet, die am Straßenrand versteckt war, wie die Polizei mitteilte. Zwei Iraker wurden durch einen Sprengsatz getötet, der nahe einem Markt in der Stadt Baidschi explodierte. In Balad, ebenfalls nördlich der Hauptstadt Bagdad, wurde Augenzeugen zufolge ein Autofahrer erschossen.

Die zentrale Wahlkommission kündigte an, das Ergebnis der irakischen Parlamentswahl vom 30. Januar bald zu veröffentlichen. Sie prüft nach eigenen Angaben in den kommenden zwei bis drei Tagen noch rund 300 Wahlurnen. Ersten Ergebnissen zufolge liegen die schiitischen Parteien komfortabel in Führung, gefolgt von einer Allianz kurdischer Parteien und dem Wahlbündnis von Ministerpräsident Ijad Allaui.

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