18 Tote binnen Stunden
Gewalt eskaliert im Gazastreifen

Die israelischen Streitkräfte haben binnen Stunden mindestens 18 Palästinenser getötet. Es waren die heftigsten Angriffe seit dem Abzug aus dem Gazastreifen.

HB GAZA/TEL AVIV. Unter den Toten seien der als Generalinspekteur des Innenministeriums nominierte Milizenführer Dschamal Abu Samhadana, aber auch viele Zivilisten, teilte die palästinensische Polizei am Freitag mit.

Mindestens elf Tote - darunter Frauen und Kinder - habe es gegeben, als ein Marineboot das Feuer auf den Strand von Gaza eröffnete. Insgesamt gab es mehr als 50 Verletzte. Die israelische Armee teilte in Tel Aviv mit, die Angriffe seien gegen Positionen gerichtet gewesen, von denen aus Kassam- Raketen auf Israel gefeuert worden seien.

Auftakt der israelischen Angriffsserie war in der Nacht ein Schlag gegen ein Ausbildungslager der radikalen Volkswiderstandskomitees (PRC). Dort wurden Samhadana und drei Gefolgsleute getötet. Die israelische Armee erklärte, Samhadana sei für mehrere Anschläge auf Israelis verantwortlich.

Bei zwei folgenden Luftangriffen auf mobile Raketenstellungen wurden am Freitag drei weitere PRC-Männer getötet und zwei verletzt. Kurz darauf feuerte die Marine auf das Gebiet am Strand. Unter den Toten dort seien allein sieben Mitglieder einer Familie, teilte das Schiffa-Krankenhaus in Gaza mit. Das palästinensische Fernsehen berichtete über bis zu 15 Tote als Folge des Granatenangriffs.

Die Palästinenser werden voraussichtlich am 31. Juli in einem Referendum über eine Zwei-Staaten-Lösung abstimmen. Wie ein Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah sagte, wird der Präsident das Datum der Volksabstimmung formell an diesem Samstag bekannt geben. Das Referendum soll im Machtkampf zwischen der regierenden Hamas und der Fatah von Abbas entscheiden. Bei der Volksabstimmung sollen die Palästinenser über ein politisches Grundsatzpaket abstimmen, darunter der Vorschlag, einen eigenen Staat im Westjordanland und dem Gazastreifen - und damit in den Grenzen von 1967 - zu errichten.

Der israelischen Tageszeitung „Jediot Achronot“ sagte der palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija, seine Hamas- Regierung sei zu einem jahrzehntelangen Gewaltverzicht bereit, wenn Israel in den 1967 besetzten Gebieten einen Palästinenserstaat mit Jerusalem als Hauptstadt und die Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge zulasse.

„Ich spreche nicht über die Anerkennung Israels. Wenn eine Waffenruhe besteht, wird die Gewalt beendet werden und die Region ruhig sein“, sagte Hanija. Auf die Nachfrage, ob die Billigung der Grenzen von 1967 denn nicht einer Anerkennung Israels gleichkomme, sagte Hanija: „Warum erkennt Israel den palästinensischen Staat nicht an?“

In einer neuen Videobotschaft hat El-Kaida-Vize Eiman al-Sawahiri die Palästinenser aufgerufen, das Referendum abzulehnen. Es handele sich um eine „zionistische Verschwörung“, sagte al-Sawahiri in dem vom arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira ausgestrahlten Band. Die Palästinenser sollten den bewaffneten Kampf nicht aufgeben, forderte er.

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