1963 - 2005
Chronik: Der türkische Weg nach Europa

Seit mehr als 40 Jahren strebt die Türkei in die Gemeinschaft europäischer Staaten - nun sollen die Beitrittsverhandlungen beginnen. Ob sie in zehn oder mehr Jahren wirklich mit einem Beitritt des Landes enden, ist noch offen. Doch noch nie war die Türkei Europa näher als jetzt. Ein Rückblick.

September 1963: Die Türkei und die Europäische Gemeinschaft unterzeichnen ein Assoziierungsabkommen, das eine Beitrittsperspektive eröffnet. Das Abkommen hat eine Zollunion zum Ziel und eine Annäherung der Wirtschaftspolitik.

April 1987: Der türkische Außenminister Ali Bozer beantragt den Beitritt der Türkei zur Europäischen Gemeinschaft.

Dezember 1989: Die EU-Kommission gibt eine negative Empfehlung ab. Sie hält Verhandlungen vor 1993 für ausgeschlossen und erklärt, wichtigstes Ziel müsse zunächst die Vertiefung der europäischen Integration mit einem Binnenmarkt und einer Wirtschafts- und Währungsunion sein.

Januar 1996: Die Zollunion mit der Türkei tritt in Kraft.

Dezember 1997: Ein Gipfeltreffen in Luxemburg bestätigt die Möglichkeit der Türkei für eine Aufnahme in die Gemeinschaft.

Dezember 1999: Die Türkei erhält offiziell den Status eines Beitrittskandidaten auf dem Gipfel von Helsinki. Sie soll für den Beitritt die gleichen Kriterien erfüllen wie andere Beitrittsländer.

Dezember 2002: Auf dem Ost-Erweiterungsgipfel von Kopenhagen begrüßen die Staats- und Regierungschefs der EU die Fortschritte der Türkei zur Erfüllung der Kriterien. Sie sagen der Türkei die Aufnahme von Verhandlungen zu, falls sie auf Grundlage eines Berichts der Kommission im Dezember 2004 zu dem Ergebnis kommen, dass die Türkei die politischen und wirtschaftlichen Kriterien für Verhandlungen erfüllt.

Oktober 2004: Die EU-Kommission empfiehlt die Aufnahme von Verhandlungen.

Dezember 2004: Die Staats- und Regierungschefs der 25 EU-Staaten beschließen die Aufnahme von Verhandlungen am 3. Oktober, wenn die Türkei zuvor weitere rechtsstaatliche Reformen beschließt und die Zollunion auf die zehn neuen EU-Staaten ausdehnt - und damit auch auf das geteilte Zypern.

Juli 2005: Die Türkei erfüllt mit dem Ankara-Protokoll zur Zollunion die letzte formale Bedingungen für Beitrittsgespräche. Zugleich betont sie aber, Zypern weiterhin diplomatisch nicht anzuerkennen.

September 2005: Die EU-Staaten verlangen in einer Gegenerklärung die Einbeziehung Zyperns in die Zollunion und die Anerkennung des geteilten Inselstaates während der Beitrittsgespräche. Zudem verabschieden sie den Verhandlungsrahmen.

29. September: Österreich hat eine Einigung der EU über das Ziel der ab 3. Oktober geplanten Beitrittsverhandlungen mit der Türkei verhindert. Eine Krisensitzung der EU-Außenminister soll am 2. Oktober in letzter Minute den pünktlichen Start der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ermöglichen.

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