20 deutsche Top-Manager machen Reise mit
Industrie setzt in Libyen auf Neuanfang

Bei der Kanzlerreise nach Tripolis und Algier will die deutsche Wirtschaft an alte Beziehungen anknüpfen.

BERLIN/DÜSSELDORF. Wenn Bundeskanzler Gerhard Schröder heute Abend nach Libyen fliegt, geht es ihm nicht nur darum, dem Land den Weg in den Westen zu ebnen. Gleichzeitig will er in dem ölreichen Land wie anschließend auch in Algerien den politischen Türöffner für die deutsche Wirtschaft spielen. Denn in beiden Ländern machen sich deutsche Firmen große Hoffnungen auf Aufträge. So gehören Matthias Mitscherlich, Vorstandschef von MAN Ferrostaal und Wintershall-Boss Reinier Zwitserloot zu den 20 deutschen Topmanagern, die den Bundeskanzler begleiten. Zur Wirtschaftsdelegation gehören auch Vertreter der Baukonzerne Bilfinger Berger und Hochtief, des Anlagenbauers Krupp Uhde, von Linde, ABB, RWE Dea, Siemens und dem Pumpenhersteller KSB.

Die politische Flankierung gilt als notwendig, zumal die politische und wirtschaftliche Öffnung gerade Libyens auch US-Firmen zurück in den lukrativen Markt bringt. Seit Juni liefert das Land wieder Öl in die USA. „Unsere schärfsten Konkurrenten kommen aber traditionell aus Italien und Griechenland“, sagte Mitscherlich. Preislich könnten die Deutschen mit Anbietern aus diesen Ländern häufig nicht mithalten.

Ferrostaal will den Libyen-Umsatz von derzeit etwa 100 Mill. Euro „in absehbarer Zeit verdoppeln“. So sind Aufträge mit einem Volumen von 215 Mill. Euro in Abwicklung, vier weitere Projekte mit einem Auftragswert von 655 Mill. Euro befinden sich in der konkreten Akquisitionsphase. Libyen habe seit der Öffnung nach Westen erhebliches Wachstumspotenzial, findet auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). In den 70er und 80er Jahren habe das Land zu den fünf wichtigsten deutschen Kunden gehört. Allerdings erschwerten Bürokratie und eine unklare Gesetzeslage das Geschäft. Ende November soll ein deutsch-libysches Investitionschutzabkommen unterzeichnet werden.

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