20 Jahre Völkermord: Schuld und Versöhnung in Ruanda

20 Jahre Völkermord
Schuld und Versöhnung in Ruanda

Vor 20 Jahren metzelten Angehörige der Bevölkerungsmehrheit der Hutu mehr als eine Million Tutsi nieder. Die Gräueltaten von damals sind nicht vergessen. Doch es gibt heute Ansätze, die Hoffnung für die Zukunft geben.
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NyamataSie verlor in dem beispiellosen Blutrausch vor 20 Jahren ihre Töchter und ihre rechte Hand. Er war der Mann, der damals die Machete schwang, die ihr beides nahm. Und trotz dieser schrecklichen Vergangenheit ist etwas geradezu Unglaubliches geschehen: Alice Mukarurinda und Emmanuel Ndayisaba sind heute Freunde.

Sie ist Schatzmeisterin, er ist Vizepräsident einer Organisation, die einfache Häuser für die Opfer des Völkermords von damals baut. Sie leben in der Nachbarschaft, kaufen auf dem gleichen Markt ein. Ihre Geschichte von ethnisch motivierter Gewalt, extremer Schuld, aber auch Versöhnung ist die Geschichte des modernen Ruandas.

Am Montag ist der 20. Jahrestags des Beginns des unfassbaren Massakers. Innerhalb von 100 Tagen wurden damals mehr als eine Million Menschen in dem afrikanischen Land niedergemetzelt. Die Täter waren Angehörige der Bevölkerungsmehrheit der Hutu. Die Opfer vor allem Tutsi, aber auch gemäßigte Hutu.

Heute werfen Menschenrechtsorganisationen der amtierenden Regierung von Präsident Paul Kagame zwar vor, mit eiserner Hand zu regieren, abweichende Meinungen zu unterdrücken und auch vor der Ermordung politischer Gegner nicht zurückzuschrecken. Doch sie räumen auch ein, dass es der Regierung gelungen sei, das Land zu einem Frieden zu führen, der vor zwei Jahrzehnten völlig unmöglich erschien.

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