20 Senatoren protestieren
USA droht Japan mit Wirtschaftssanktionen

In den USA steigt der Unmut über das japanische Embargo von US-Rindfleisch. Werde dies nicht bald aufgehoben, drohen inzwischen immer mehr Stimmen in den USA mit wirtschaftlichen Sanktionen gegen Japan.

HB TOKIO. Tokio dagegen hofft, dass es nicht zu US-Sanktionen kommen wird und will die Verhandlungen über die Rindfleischimporte weiterführen, wie ein Sprecher der japanischen Regierung am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur AP sagte. Demnach haben einige Mitglieder des US-Kongresses vor wirtschaftlichen Folgen gewarnt, wenn Japan nicht bald sein Verbot aufhebt. „Wir arbeiten sehr hart daran, die gegenseitigen Positionen zu verstehen und das Problem zu lösen,“ sagte Hiroyuki Hosoda, Sprecher des Kabinetts. „Und wir hoffen, dass die US-Seite die Gespräche auf der japanischen Seite zur Kenntnis nehmen wird.“

Das Importverbot für US-Rindfleisch war im Dezember 2003 eingeführt worden, nachdem die USA ihren ersten Fall der Rinderkrankheit BSE bstätigt hatten. Davor war Japan für die USA der lukrativste Absatzmarkt in Übersee für Rindfleisch gewesen. 2003 hatte der Lieferumfang dieser Ware nach Japan rund 1,7 Mrd. Dollar betragen. Im Oktober 2004 hatte Japan unter Vorbehalten zugestimmt, den Import von solchem Rindfleisch wieder aufzunehmen, das von jungen Tieren stammt und deshalb ein geringeres BSE-Risiko beinhaltet. Die Diskussionen halten sich jedoch seitdem an der Frage auf, wie das Alter der Schlachttiere garantiert werden kann.

Kürzlich hatte ein japanisches Komitee vorgeschlagen, dass das Land US-Fleisch der Kategorie „A40“ importieren könne, da dieses Fleisch allgemein von Rindern im Alter von 12 bis 17 Monaten stammt. Eine entgültige Befürwortung durch die Regierung steht allerdings noch aus. Diese Verzögerung hat nun 20 Senatoren aus bedeutenden Agrar-Staaten der USA dazu veranlasst, dem japanischen Botschafter in den USA in einem Brief Vergeltungsmaßnahmen anzudrohen.

„Wenn Japans Regierung das Importverbot nicht bald aufhebt, steht zu fürchten, dass der US-Kongress sehr rasch ähnliche wirtschaftliche Sanktionen gegen Japan verhängen wird,“ heißt es in dem Brief an Botschafter Ryozo Kato. Sprecher Hosoda allerdings deutete an, dass Tokio sich in einer Angelegenheit der Nahrungsmittelsicherheit nicht drängen lassen werde. „Die Regierung wird die Entwicklungen im Auge behalten und über die Angelegenheit nachdenken,“ sagte er.

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