20 Tote
Islamist tötet somalischen Sicherheitsminister bei Anschlag

Ein Selbstmordattentäter hat am Donnerstag den somalischen Sicherheitsminister Omar Hashi Aden und mindestens 20 weitere Menschen mit in den Tod gerissen. Zu dem Anschlag bekannte sich die radikalislamische al-Schabab-Miliz.

HB NAIROBI/MOGADISCHU. Hashi war nach offiziellen Angaben in Beledweyne bei Beratungen über das Vorgehen gegen die radikalislamischen Gruppen, die einen gewaltsamen Sturz der Regierung anstreben. Präsident Sheik Sharif Ahmed, ein gemäßigter Islamistenführer, nannte den Anschlag in einer ersten Stellungnahme einen "Teil der Aggression von El Kaida gegen Somalia."

Die radikalislamische al-Schabab-Miliz, die hinter zahlreichen Anschlägen und Entführungen steht, wird von den USA als Terrororganisation mit Verbindungen zu El Kaida eingestuft. Bisher hat allerdings keine Gruppe die Verantwortung für das Selbstmordattentat übernommen.

Somalia und seine Hauptstadt Mogadischu werden seit Wochen von einer Welle schwerer Gewalt erschüttert. Allein am Mittwoch starben bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und radikal-islamischen Milizen mehr als 20 Menschen, darunter ein hoher Polizeioffizier. Allein beim Einschlag einer Rakete in eine Moschee waren am Mittwochabend mindestens zehn Menschen getötet worden. Zum Zeitpunkt des Angriffs beendeten die Gläubigen gerade ihr Abendgebet.

Nach Uno-Angaben sind seit dem Ausbruch der schweren Kämpfe Anfang Mai rund 250 Menschen getötet worden und mehr als 122 000 vor der Gewalt geflohen. Insgesamt leben in Somalia etwa 1,3 Mio. Menschen als Binnenflüchtlinge in Lagern, weil die Kämpfe eine Rückkehr in ihre Heimatdörfer und-städte unmöglich machen.

Unterdessen wurde bereits am Dienstag eine Mitarbeiterin der SOS- Kinderdörfer in Somalia entführt. Bewaffnete kidnappten die Leiterin des SOS-Kindergartens in Mogadischu, als sie auf dem Nachhauseweg war, teilte ein Sprecher des Herman Gmeiner Fonds in München mit. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Entführungen und Anschlägen auf Mitarbeiter humanitärer Organisationen oder von Uno-Einrichtungen in Somalia. Der Krisenstaat am Horn von Afrika ist seit 1991 ohne funktionierende Regierung.

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