200 Bombenexplosionen
Anschlagsserie in Bangladesch

Ein Mensch wurde am Mittwoch bei der Explosion zahlreicher kleinerer Bomben in Bangladesch getötet. Mindestens 100 Personen sind dabei verletzt worden.

HB DHAKA. Etwa 200 selbst gefertigte Sprengsätze seien innerhalb einer halben Stunde landesweit auf offener Straße und vor wichtigen Regierungsgebäuden detoniert, teilte die Polizei in dem südasiatischen Land mit. Die Aktionen seien offenbar gut vorbereitet worden. In der Stadt Rajshahi wurde den Angaben nach ein Rikscha-Fahrer getötet. Im Diplomatenviertel der Hauptstadt Dhaka seien ebenso Bomben explodiert wie vor dem Sheraton-Hotel. Ausländer sollen aber nicht unter den Opfern sein. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben Dutzende Verdächtige fest. An vielen Tatorten wurden Flugblätter einer verbotenen islamistischen Organisation gefunden.

Die Explosionen hätten zwar keinen größeren Schaden angerichtet, die Bevölkerung aber dennoch in Angst und Schrecken versetzt, hieß es von der Polizei. Für viele Einrichtungen - darunter ausländische Schiffe in den Häfen und Raffinerien wurde eine erhöhte Alarmstufe verhängt.

In Bangladesch kam es in den vergangenen zwei Jahren wiederholt zu einzelnen, ungeklärten Bombenanschlägen, die jedoch nicht ein solches Ausmaß annahmen. Allerdings deuten die jüngsten Anschläge mehr denn je auf eine zunehmende Gewaltbereitschaft islamistischer Gruppen hin. Auf den gefundenen Flugblättern erklärte sich eine Gruppe namens „Jaamat-ul-Mujahideen“ (Gruppe der Heiligen Krieger) verantwortlich. Die Bomben seien die „dritte Aufforderung“ an die Regierung gewesen, das islamische Recht einzuführen. „Sollte dies ignoriert und unsere Leute eingesperrt oder bestraft werden, werden die Jaamat-ul-Mujahideen Gegenmaßnahmen ergreifen“, hieß es in den Schreiben weiter. Zudem wurden die USA und Großbritannien davor gewarnt, moslemische Länder zu besetzen.

Vertreter verschiedener politischer Lager verurteilten die Anschlagserie. „Die Nation wird keine Art von Extremismus im Namen der Religion dulden“, sagte ein Mitglied der Regierungspartei BNP. „Unser Islam ist eine Religion des Friedens und lehnt Terrorismus ab.“ Ein Vertreter der Awami-Liga bezeichnete die Anschläge als Verschwörung gegen die Nation.

Ministerpräsidentin Khaleda Zia war vor den Explosionen zu einem fünftägigen Besuch nach China aufgebrochen. Ihre Koalitionsregierung, die auch islamische Parteien umfasst, hat wiederholt vorwürfe zurückgewiesen, Probleme mit radikalen Moslems zu haben.

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