2000 westliche Ausländer in Afghanistan
Britischer Regierungsberater in Afghanistan erschossen

Ein britischer Berater der afghanischen Regierung ist in Kabul erschossen worden. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu der Tat.

HB KABUL. Wie das britische Außenministerium und die afghanische Polizei bestätigten, war der 41-jährige Steven MacQueen in der Innenstadt mit einem weißen Auto unterwegs, das denen ähnelt, die zivile Mitarbeiter der Vereinten Nationen (UN) bei ihren Auslandseinsätzen benutzen. Unbekannte hätten den Wagen überholt und das Feuer auf MacQueen eröffnet. Der Brite, der allein im Auto saß, wurde von mehreren Kugeln getroffen.

Die Schüsse fielen nur wenige Meter entfernt von einem Gästehaus der UN. MacQueen war von der Weltbank nach Afghanistan berufen worden, um den Minister für Entwicklung und Wiederaufbau bei der Umsetzung eines Finanzprogramms zu unterstützen. Er ist der vierte Ausländer, der innerhalb eines Jahres in Kabul ermordet wurde. Verglichen mit dem Rest des Landes galt die Hauptstadt bislang als eher sichere Stadt für Ausländer.

Im Juni vergangenen Jahres waren im Nordwesten Afghanistans drei europäische und zwei afghanische Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ermordet worden. Die Organisation hatte ihre Arbeit in Afghanistan daraufhin nach 24 Jahren eingestellt. Ausländische Zivilisten sind in Afghanistan seit dem Sturz der Taliban Ende 2001 immer wieder Ziele von Anschlägen gewesen.

Der Brite ist der erste ausländische Zivilist, der in diesem Jahr in Afghanistan gewaltsam ums Leben kam. Die Angreifer konnten fliehen. Taliban-Sprecher Abdul Latif Hakimi sagte, der Anschlag sei eine Reaktion auf die Aussage der US-Armee gewesen, wonach Angriffe der Rebellen drastisch abgenommen hätten. Die Taliban hätten zeigen wollen, dass sie auch in der Hauptstadt noch zuschlagen könnten. Nach Angaben der britischen Botschaft in Kabul hatte der Brite für das afghanische Ministerium für ländliche Entwicklung und Rehabilitation gearbeitet.

Nach Schätzungen der UN halten sich derzeit rund 2 000 westliche Ausländer in Afghanistan auf, die meisten davon sind Diplomaten und Hilfskräfte.

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