2450 Euro für lebenslange Benachteiligung
Norwegen entschädigt Kindern deutscher Nazi-Soldaten

Norwegen will den Nachkommen deutscher Nazi-Soldaten und norwegischer Mütter eine Entschädigung für jahrzehntelange Diskriminierung zahlen.

HB OSLO. Ein Parlamentsausschuss einigte sich am Freitag darauf, den etwa 10.000 bis 20.000 betroffenen Deutsch-Norwegern je 20.000 Kronen (rund 2450 Euro) anzubieten. Die Summe sei als Abbitte für die lebenslange Benachteiligung gedacht - vom Spott in der Schule bis zur Diskriminierung am Arbeitsplatz. Opferverbände wiesen die Summe als „beleidigend gering“ zurück. Die Opfer könnten einen zehn Mal so hohen Betrag verlangen, wenn es möglich wäre, ihr durch „Hass, Angst und Misstrauen“ verursachtes Leiden zu dokumentieren, erklärte die Norwegische Kriegskinder-Stiftung.

Adolf Hitler hatte die deutschen Soldaten während des Zweiten Weltkriegs ermutigt, mit norwegischen Frauen Kinder zu zeugen, um seine Idee eines „arischen Übermenschen“ voranzutreiben. Nach dem Sieg der Alliierten wurden viele der Kinder in Waisenhäuser oder psychiatrische Anstalten abgeschoben, von allein erziehenden Müttern großzogen oder zwischen Norwegen und Deutschland hin und her gereicht. Eine Wiedergutmachung für die Leiden dieser Kinder sei unmöglich, sagte eine Abgeordnete. Die Zahlung sei als „Abbitte der Gesellschaft“ zu verstehen.

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