25 Jahre Solidarnosc
Köhler würdigt Beitrag Polens für Freiheit in Europa

Bei der 25-Jahr-Feier der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc, die die politische Umwälzung in Osteuropa mit vorangetrieben hatte, hat Bundespräsident Horst Köhler am Mittwoch in Danzig den Beitrag Polens zu einem freien und geeinten Europa gewürdigt. Köhler sagte: „Die Polen haben am Ende nicht nur sich selbst befreit.“

HB DANZIG. „Sie haben einen Prozess von welthistorischer Bedeutung in Gang gesetzt, der bis heute weiterwirkt“, fügte er hinzu und verwies dabei auf die jüngsten politischen Veränderungen in der Ukraine und Georgien. Auch deren Präsidenten würdigten die Arbeit der Gewerkschaft. Sie waren mit zahlreichen Bürgerrechtlern und Historikern nach Danzig gekommen, um die Gewerkschaft am Jahrestag und Ort ihrer Gründung zu feiern.

Dass Polen das kommunistische Joch abgeworfen habe, sei eine Voraussetzung für die Einheit Europas und damit auch für die Einheit Deutschlands gewesen, sagte Köhler weiter. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko betonte seinerseits die Rolle, die die erste Gewerkschaft im damaligen Ostblock für die Entwicklung seines Landes gespielt hat. Solidarnosc sei für sein Land ein wichtiges Symbol gewesen. „Millionen galt sie als ein Banner der Unabhängigkeit“, sagte er. Georgiens Präsident Michail Saakaschwili stimmte ihm zu. „Solidarnosc war das beste, was im 20. Jahrhundert passiert ist.“ Beide Staaten waren damals Teil der Sowjetunion war.

Für die Europäische Union (EU) betonte Kommissionschef Jose Manuel Barroso den Geist der Solidarität, wie er von der Solidarnosc gestiftet worden sei. Dieser Geist sei in der Staatengemeinschaft heute wichtiger denn je.

Papst Benedikt XVI. erinnerte an die Verbindungen seines Vorgängers, des polnischen Papstes Johannes Paul II., zur Freiheitsbewegung des Landes. „Ich weiß, wie es das Herz meines großen Vorgängers, Gottes Diener Papst Johannes Paul II., gewärmt hat, dass sich diese historische Gerechtigkeit ereignet hat und dass Europa mit zwei Lungen atmen konnte - einer östlichen und einer westlichen“, hieß es in einer Erklärung, die der Erzbischof von Krakau, Stanislaw Dziwisz, verlas.

Die damals kommunistische Regierung Polens hatte am 31. August 1980 eine Vereinbarung mit den seit Wochen streikenden Arbeitern der Danziger Werft unterzeichnet, die den Weg zur ersten freien Gewerkschaft innerhalb des Ostblocks ebnete. An der Spitze der Arbeiter stand Lech Walesa, später Präsident des Landes und Friedensnobelpreisträger. Er rief die Staats- und Regierungschefs am Mittwoch dazu auf, weiter für die Einheit Europas zu kämpfen. „Ich will nicht, dass Frankreich in der Europäischen Union in die eine Richtung zieht, Deutschland in eine andere und Polen zusammen mit anderen in eine dritte Richtung“, sagte er. „Dafür hat keiner der Arbeiter in Danzig gekämpft.“

Polnische Abgeordnete im Europäischen Parlament schlugen vor, den 31. August in der Gemeinschaft zu einem „Europäischen Tag der Solidarität und der Freiheit“ zu erklären. Polen ist im vergangenen Jahr gemeinsam mit sieben weiteren ehemaligen Mitgliedern des Ostblocks in die EU aufgenommen worden.

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