25 Millionen Euro Kopfgeld ausgesetzt
Tonband-Stimme: Ich bin Saddam und bin im Irak

Der arabische Fernsehsender El Dschasira hat am Freitag ein Tonband ausgestrahlt, auf dem die Stimme von Iraks gestürzten Präsident Saddam Hussein zu hören sein soll.

Reuters DUBAI. Die Stimme ruft die Iraker auf, Widerstandskämpfer zu unterstützen und nicht die „ungläubigen Besatzer“ der USA. „Ich bin im Irak, und ein Kamerad ist bei mir“, sagte der Mann auf dem Band, dessen Stimme wie die von Saddam klang. Er gab als Datum der Aufnahme den 14. Juni 2003 an. Ein Vertreter des britischen Verteidigungsministerium sagte, er könne die Authentizität des Bandes nicht garantieren. Die Aufnahme löste an den Devisenmärkten neue Anschlagsängste aus: Der Dollar gab zum Euro etwas nach.

„Ich sage Euch, dass ich Euch vermisse, oh mein geliebtes Volk, auch wenn ich unter Euch in Euren Reihen weile“, sagte die Stimme weiter. Die US-geführte Allianz hatte Saddams Regierung Anfang April gestürzt. Der Verbleib Saddams und vieler seiner ranghöchsten Anhänger ist seither unbekannt. Es gab immer wieder Spekulationen, dass er bei einem Angriff getötet wurde. Die US-Regierung hatte am Donnerstag eine Belohnung von 25 Millionen Dollar auf Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung Saddams führen oder seinen Tod beweisen. Auch das Schicksal von Saddams zwei Söhnen Kusai und Udai ist unklar. Für sie wurden je 15 Millionen Dollar Kopfgeld ausgesetzt.

Keine Bestätigung für Echtheit des Bandes

Es gab zunächst keine Bestätigung, ob es sich bei der Stimme auf dem Band tatsächlich um die des gestürzten irakischen Präsidenten handelt. Ein Vertreter des britischen Verteidigungsministeriums in London sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „Soweit ich das sehe, können wir nicht für die Authentizität des Bandes bürgen.“

Die US-Währung gab nach Veröffentlichung des Bandes in dünnem Geschäft zum Euro um rund einen Fünftel Cent auf Kurse um 1,1475 Dollar nach. „Die Nachrichten haben Sorgen ausgelöst, es könnte weiteren Terror geben. Das belastet den Dollar üblicherweise“, sagte Nick Parsons, Währungsstratege der Commerzbank in London. An den europäischen Aktienmärkten zeigte das angebliche Saddam-Tonband dagegen keine Reaktion. Der Ölpreis gab geringfügig nach. Die US-Börsen waren wegen des US-Unabhängigkeitstags geschlossen.

Im Irak wurden die Feierlichkeiten der US-Truppen anlässlich des Unabhängigkeitstags von drei neuerlichen Anschlägen in der Nähe Bagdads überschattet, bei denen ein Soldat getötet wurde. Die Soldaten sind seit dem Ende der Hauptkriegshandlungen am 1. Mai immer wieder Ziel von und Angriffen aus dem Hinterhalt geworden. 26 US-Soldaten wurden dabei insgesamt getötet. Die USA machen Anhänger Saddams dafür verantwortlich. Viele Iraker haben indes wiederholt für einen Abzug der US-Besatzungstruppen aus ihrem Land demonstriert.

Die Stimme auf dem Band ruft die Iraker auf, Widerstandskämpfer zu unterstützen und nicht die „ungläubigen Besatzer“ der USA. „Ich bin im Irak, und ein Kamerad ist bei mir“, sagte der Mann auf dem Band. Die Stimme gab als Datum der Aufnahme den 14. Juni 2003 an. „Ich sage Euch, dass ich Euch vermisse, oh mein geliebtes Volk, auch wenn ich unter Euch in Euren Reihen weile“, sagte die Stimme.

Die US-geführte Allianz hatte Saddams Regierung Anfang April gestürzt. Der Verbleib Saddams und vieler seiner ranghöchsten Anhänger ist unbekannt. Es gab immer wieder Spekulationen, dass er bei einem Angriff getötet wurde.

Die US-Regierung hatte am Donnerstag eine Belohnung in Höhe von 25 Millionen Dollar auf Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung Saddams führen oder seinen Tod beweisen. Auch das Schicksal von Saddams zwei Söhnen Kusai und Udai ist unklar. Für sie wurden je 15 Millionen Dollar Kopfgeld ausgesetzt.

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