250 Tote im Nordirak
Schlimmster Anschlag seit Saddams Sturz

Auch die US-Regierung verurteilte die Anschläge als „heimtückische und herzlose Morde“. Die Attacken zeigten erneut, wie weit Extremisten „zu gehen bereit sind, um den Irak daran zu hindern, ein stabiles und sicheres Land zu werden“, zitierten US-Medien die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino.

Die Behörden verhängten unterdessen eine Ausgangssperre rund um den Anschlagsort. Beim Transport von Verletzten halfen US-Soldaten. Ein Teil der Verletzten wurde nach Dohuk an der Grenze zur Türkei gebracht. Sindschar liegt nahe der syrischen Grenze.

Von vielen Muslimen werden die jesidischen Kurden abgelehnt und fälschlicherweise als „Teufelsanbeter“ beschimpft. In der Region rund um die Stadt Mossul war es wiederholt zu Spannungen zwischen den Jesiden und sunnitischen Muslimen gekommen.

Die US-Truppen teilten unterdessen mit, amerikanische und irakische Soldaten hätten am Dienstag in der Stadt Nadschaf einen schiitischen Milizenführer gefangengenommen. Dieser soll noch im vergangenen Jahr Mitglied der Miliz des radikalen Predigers Muktada al-Sadr gewesen sein. Später habe er seine eigene Miliz gegründet.

Die US-Armee berichtete weiter, fünf amerikanische Soldaten seien am Dienstag durch den Absturz eines Hubschraubers vom Typ CH-47 Chinook in der westlichen Provinz Anbar ums Leben gekommen.

Ärzte im Krankenhaus der kurdischen Stadt Suleimanija im Nordosten des Landes teilten am Mittwoch mit, in Chanakin (167 Kilometer nordöstlich von Bagdad) sei am Dienstag ein Massengrab mit 33 Leichen gefunden worden. Die meisten der Opfer hätten traditionelle kurdische Kleidung und Augenbinden getragen. Sie seien vermutlich während des Aufstandes von 1991 von Regierungstruppen erschossen worden.

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