2500 Anträge auf Entschädigung
USA wollen Uno-Hilfe bei Wahlen im Irak

Die US-Verwaltung will die Verantwortung für die ersten freien Wahlen im Irak nicht alleine tragen. Die Vereinten Nationen mit ihren Spezialisten und ihrer Erfahrung sollten bei dem Urnengang im kommenden Jahr helfen, sagte der Sprecher von US-Zivilverwalter Paul Bremer, Charles Heatley, am Dienstag in Bagdad.

HB/dpa BAGDAD/KAIRO. Die Arabische Liga erklärte unterdessen in Kairo, Sie werde den unter amerikanischer Aufsicht gegründeten provisorischen irakischen Regierungsrat nicht anerkennen. Die Gründung dieses Rats sei zwar ein erster positiver Schritt. Ziel der arabischen Staaten sei jedoch die Bildung einer souveränen irakischen Regierung und ein Ende der amerikanisch-britischen Besatzung.

Wie der arabische TV-Sender El Dschasira berichtete, gab es auch am Dienstag wieder Angriffe auf US-Soldaten im Irak. Bei einer Explosion nördlich von Saddam Husseins Heimatstadt Tikrit sei ein Soldat getötet worden. Zwei weitere Anschläge habe es zuvor südöstlich von Bagdad und in der Nähe der westirakischen Stadt Falludscha. In Falludscha hätten die Soldaten das Feuer erwidert und eine irakische Frau angeschossen, hieß es.

Panzerfäuste in Moschee

Der provisorische Regierungsrat des Irak hat sich inzwischen offenbar über die Besetzung von 12 der insgesamt 25 Ministerposten geeinigt. Nach Angaben der irakischen Zeitung „Al-Shiraa“ vom Dienstag soll Adib el Dschadradschi von der Partei der Unabhängigen Demokraten Iraks erster Außenminister der Ära nach dem Sturz von Präsident Saddam Hussein werden. Dem Innenministerium werde künftig ein Vertreter der schiitischen Dawa-Partei vorstehen. Die zweite wichtige Schiitenpartei, der Hohe Rat für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI), soll das Erziehungs- und Bildungsministerium zugesprochen bekommen.

Das US-Zentralkommando berichtete am Dienstag, amerikanische Soldaten hätten in Bagdad einen Prediger festgenommen, der in einer Moschee auf andere Iraker geschossen habe. In der Moschee seien Panzerfäuste und Maschinengewehre entdeckt worden. Bei einer Razzia in der nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Bakuba, in der es in den vergangenen Tagen mehrere schwere Angriffe auf US-Soldaten gegeben hatte, nahmen die Amerikaner fünf Verdächtige fest und beschlagnahmten eine größere Anzahl von Mörsergranaten.

Bei den alliierten Streitkräften im Irak sind wegen der Tötung von Irakern oder der Zerstörung von Eigentum bis jetzt mehr als 2500 Anträge auf Entschädigung eingegangen. Das gab ein Sprecher der alliierten Truppen in Bagdad bekannt. Entschädigung sei beispielsweise in zwei Fällen gezahlt worden, in denen Iraker versehentlich getötet worden seien. Auch in mehr als 1150 Fällen von Sachbeschädigung sei bereits gezahlt worden. Mehr als 1000 Anträge müssten noch geprüft werden.

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