3000 Deutsche warten auf Ausreise
Massenexodus aus dem Libanon

Die Menschen fliehen vor den Bombenhagel: Nachdem die israelische Armee auch das Zentrum von Beirut unter Beschuss genommen hat, verbreitet sich Panik im Libanon. Auch bis zu 3000 Deutsche warten auf ihre Ausreise. Indes berichten US-Medien, dass Präsident Bush alle Bemühungen blockiert, die sich für einen sofortigen Stopp der Offensive einsetzen.

HB BERLIN. "New York Times" und "Guardian" berichten, George W. Bush wolle dem israelischen Militär noch sieben Tage Zeit lassen, um die Infrastruktur der Hisbollah im südlichen Libanon zu zerstören. Nach dieser Woche soll Außenministerin Condoleezza Rice in den Libanon reisen, um die Friedensbemühungen vor Ort zu koordinieren und eine Pufferzone an der israelisch-libanesischen Grenze einzurichten.

Die israelischen Angriffe, schreibt "The Guardian", seien von Anfang an mit der US-Regierung abgesprochen worden. Washington habe Israel grünes Licht für die Bombardierungen gegeben. Zudem seien alle Bemühungen blockiert worden, die sich für einen sofortigen Stopp der Offensive eingesetzt hätten. Mit der Unterstützung von Großbritannien habe die Regierung von George W. Bush beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, dem G-8-Gipfel in St. Petersburg und dem Treffen der europäischen Außenminister in Brüssel interveniert.

Die USA werfen Syrien vor, die Angriffe der libanesischen Hisbollah-Miliz auf Israel zu unterstützen. Das Land versuche, die Kontrolle über den Libanon zurückzugewinnen, sagte Bush am Mittwoch. Auch den Iran beschuldigte er, die Attacken „angeregt“ zu haben.

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Das Auswärtige Amt plant aufgrund der schweren Kämpfe mit hohen zivilen Opferzahlen die bislang umfangreichste Rückholaktion deutscher Staatsbürger aus dem Libanon. Rund 3000 Deutsche hätten sich in Beirut versammelt und sollten außer Landes gebracht werden, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Jäger. Für die Transporte stünden 50 bis 60 Busse bereit, die in Konvois die Menschen in die syrische Hauptstadt Damaskus bringen sollten.

Für die Weiterreise nach Deutschland seien drei Passagierflugzeuge gechartert worden. Außerdem werde ein Airbus der Luftwaffe eingesetzt. Weitere Kapazitäten für den Transport über den Luftweg sollten noch bereitgestellt werden. Zudem könnten auch Deutsche eine von Frankreich gecharterte Fähre nehmen, die regelmäßig Beirut anlaufe. Seit Freitag hat das Auswärtige Amt nach eigenen Angaben über 750 Deutsche aus dem Libanon gebracht.

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