32 Tote und über 70 Verletzte
Neue Bombenserie in Indien

Bei der schwersten Bombenserie seit den Anschlägen von Bombay Anfang Juli sind im westindischen Bundesstaat Maharashtra mindestens 32 Menschen getötet worden.

HB BOMBAY. Mehr als 70 Personen seien bei den drei Explosionen in der 260 Kilometer von Bombay entfernten Stadt Malegaon am Freitag verletzt worden, sagte ein Polizeivertreter im Bundesstaat Maharashtra der Nachrichtenagentur Reuters. In Medienberichten war zuvor von 37 Toten die Rede gewesen. Erst im Juli waren bei Attentaten auf Züge in der Finanzmetropole Bombay (Mumbai) 186 Menschen getötet worden. Die indische Regierung hatte darauf vor weiteren Attentaten gewarnt.

Auf Fernsehbildern waren zahlreiche Menschen zu sehen, die in den Minuten nach den Explosionen in Panik durch die Straßen liefen. Verletzte wurden zur Seite gestoßen oder in Handkarren transportiert. Ein Sprengsatz detonierte der Polizei zufolge außerhalb einer Moschee, vor der sich Tausende Gläubige für das Freitagsgebet versammelt hatten. Zwei weitere Explosionen hätten sich auf einem moslemischen Friedhof ereignet.

„Ich hatte gerade mein Freitagsgebet beendet, als ich die Explosionen hörte“, sagte ein Augenzeuge dem Fernsehsender NDTV. Danach sei Chaos ausgebrochen, überall sei Blut gewesen. „Wer auch immer das getan hat, Hindu oder Moslem, der ist ein Verräter und sollte auf dem Marktplatz gehängt werden.“

In Malegaon wurden in der Vergangenheit mehrere religiös-motivierte Anschläge verübt. Das Innenministerium in Neu-Delhi schickte zusätzliche Einheiten der Bundespolizei in den Ort. Die Polizei verhängte eine Ausgangssperre. Polizeivertreter sagten, die Lage in Malegaon sei angespannt. Mehrere Gruppen demonstrierten mit Sprechchören gegen die Behörden.

Erst vor wenigen Tagen hatte Ministerpräsident Manmohan Singh von einer erhöhten Terrorgefahr in Indien gesprochen. Unter den Anschlagzielen könnten auch Gotteshäuser sein, sagte er. Nach den Anschlägen von Bombay haben die Ermittler vor allem die von Pakistan aus agierende militante Gruppe Lashkar-e-Taiba und den pakistanischen Militärgeheimdienst ISI als Drahtzieher der Attentate verdächtigt. Pakistans Regierung hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

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