322 Leichen sollen geborgen worden sein
Extremisten brachten Sprengstoff in den Ferien in südrussische Schule

Die Geiselnahme in der Schule in Beslan war offenbar schon länger geplant. Laut offiziellen Angaben deponierten die Extremisten dort in den Ferien Waffen. Die Behörden erklärten indes ihren «erfolgreichen» Einsatz für beendet.

HB BERLIN. Einen Tag nach der Erstürmung der besetzten Schule in der nordossetischen Stadt Beslan haben die russischen Behörden den Einsatz für beendet erklärt. Der Leiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB für die Teilrepublik, Valeri Andrejew, sprach von einer erfolgreichen Operation, bei der mehr als 30 Geiselnehmer getötet worden seien. Zu der Zahl der Toten unter den Geiseln sagte Andrejew nichts.

Laut übereinstimmenden Medienberichten wurden bei dem Geiseldrama fast 1000 Menschen entweder getötet oder verletzt. Offiziellen Angaben zufolge ist die Zahl der Toten auf 250 gestiegen, weitere Opfer wurden demnach unter den Trümmern des Schulgebäudes vermutet. Laut der Nachrichtenagentur Itar-Tass wurde bis zum Samstagmittag 322 Leichen geborgen. Die Agentur beruft sich auf Angaben der Staatsanwaltschaft in Beslan.

Unterdessen bestätigte der nordossetische Geheimdienst, dass das pro-tschetschenische Terrorkommando seine Waffen und den Sprengstoff bereits in den Ferien in die Schule geschmuggelt hat. Dies sei während Renovierungsarbeiten in den Sommerferien geschehen. Die Ausrüstung der Terroristen war demnach als Baumaterial getarnt, wie ein Mitarbeiter des Geheimdienstes der Nachrichtenagentur Interfax sagte. Seinen Angaben zufolge haben befreite Geiseln berichtet, dass die Geiselnehmer sich kurz nach der Erstürmung der Schule aus einem Versteck bedient hätten.

In Beslan geht indessen die Bergung der Opfer weiter. Eine Sprecherin des nordossetischen Parlaments sagte der Nachrichtenagentur AP, vier Fünftel der Opfer seien Kinder. Noch immer lägen Dutzende Leichen in dem Schulgebäude.

Laut dem Gesundheitsministerium von Nordossetien wurden die meisten Opfer in der Schulturnhalle gefunden. Deren Dach war während der Erstürmung des Gebäudes am Freitag eingestürzt. Mehr als 540 Menschen seien bei dem Sturmangriff verletzt worden, darunter mehr als 300 Kinder, berichtete das russische Fernsehen unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

Unterdessen stritten die Islambuli-Brigaden, die sich zur Entführung der beiden abgestürzten russischen Passagiermaschinen bekannt hatten, jede Beteiligung an der Geiselnahme ab. «Wir haben weder mit Waffen noch mit Geld zu dieser Operation beigetragen», hieß es in einer am Samstag im Internet verbreiteten Erklärung. Die Echtheit der Verlautbarung wurde nicht bestätigt.

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