350 000 Menschen gefährdet
US-Behörde rechnet mit mindestens 80 000 Toten im Sudan

In der sudanesischen Krisenregion Darfur sind nach Schätzungen der US-Behörde für Internationale Entwicklung (USAID) bereits bis zu 80 000 Menschen an den Folgen von Gewalt und Hunger ums Leben gekommen.

HB WASHINGTON. Außer den bis zu 30 000 Getöteten seien bis zu 50 000 vertriebene Menschen an den Folgen von Krankheiten und Unterernährung gestorben, sagte der stellvertretende Leiter von USAID, Roger Winter, am Donnerstag in Washington. Die Kurve werde in den kommenden Monaten weiter nach oben gehen. Rund 350 000 Menschen seien gefährdet.

Nach den Worten von Winter wird die humanitäre Krise in Darfur noch bis zu 18 Monate lang anhalten. Grund dafür sei, dass in diesem Jahr keine Saat ausgebracht worden konnte und die Vertriebenen für eine weitere Erntesaison von internationaler Hilfe abhingen.

Rund 1,2 Millionen Menschen aus Darfur sind nach Angaben von USAID von regierungstreuen marodierenden Reitermilizen vertrieben worden.

Auf der Suche nach der besten Sicherheit hätten sich die Entwurzelten an 134 Plätzen gesammelt, sagte Winter. Eines der Lager sei innerhalb eines Monats von 5000 auf 60 000 Menschen angewachsen.

Als eines der größten Probleme außer der fehlenden Sicherheit für die Bevölkerung und internationale Helfer bezeichnete Winter adäquate Unterkünfte für die Vertriebenen vor dem Einsetzen der Regensaison.

Sehr kompliziert sei auch die hygienische Situation, weil es beispielsweise in den Lagern nur für zehn bis 20 Prozent der Vertriebenen Toiletten gebe. Die Folge seien Krankheiten wie Cholera, und Masern.

Winter äußerte die Sorge, dass die sudanesische Regierung die Vertriebenen gewaltsam zur Rückkehr zwingen könnte. „Diese Menschen sind voller Angst. Sie wollen nicht zurückkehren“, sagte er. Die sudanesische Regierung habe die Verpflichtung, die Milizen zu entwaffnen.

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