360.000-Euro-Spende
Sarkozy begleicht Schulden mit seiner Partei

2012 wurde eine Strafe gegen Nicolas Sarkozy verhängt, weil er sein Wahlkampfbudget überschritten hatte. Die Begleichung hatte die UMP übernommen, was unzulässig ist. Nun hat der Ex-Präsident seine Schuld beglichen.
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ParisIn einer Affäre um seine Wahlkampffinanzierung hat Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy seiner konservativen Partei UMP einen Scheck über mehr als 360.000 Euro ausgestellt. Damit wolle er als UMP-Chef die Partei vor „jeglicher Anfechtung in Schutz“ nehmen, schrieb Sarkozy am Mittwoch in einem Brief an den UMP-Schatzmeister.

In dem Fall, in dem Sarkozy nun genau 363.615 Euro an die UMP zurückzahlte, geht es um eine Strafe für den unterlegenen Präsidentschaftskandidaten von 2012. Die Strafe war gegen Sarkozy verhängt worden, weil er sein gesetzlich festgelegtes Wahlkampfbudget überschritten hatte. Die Begleichung hatte die UMP für ihn übernommen, was unzulässig ist. Die Staatsanwaltschaft von Paris eröffnete dazu Anfang Oktober eine Untersuchung.

Der 59-jährige Sarkozy war am vergangenen Wochenende zum UMP-Vorsitzenden wiedergewählt worden, als sein eigentliches Ziel gilt aber die Wiedereroberung des Elysée-Palastes. Auf dem Weg zu einer erneuten Präsidentschaftskandidatur für die UMP könnten Sarkozy eine Reihe von Finanzaffären gefährlich werden. Dazu zählt seine Wahlkampffinanzierung aus dem Jahr 2012.

Wegen der Überschreitung seines Wahlkampfbudgets 2012 waren der UMP auch mehr als zehn Millionen Euro Wahlkampfkostenerstattung gestrichen worden. Dazu war eine umfangreiche Sammlungsaktion bei den Parteimitgliedern gestartet worden, wodurch die Partei vor dem finanziellen Kollaps gerettet werden konnte. Ermittlungen der Justiz laufen aber auch, weil eine Veranstaltungsfirma überhöhte Rechnungen in Millionenhöhe für Sarkozys Wahlkampfauftritte über die UMP abgerechnet haben soll.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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