37 Tote
Al-Kaida bekennt sich zu Anschlägen in Algerien

Bei einem zweiten Selbstmordanschlag innerhalb von 48 Stunden sind in Algerien mindestens 37 Menschen getötet worden. Zu beiden Attentaten bekannte sich am Wochenende der nordafrikanische Flügel der radikal-muslimischen Al-Kaida.

rtr DELLYS. Ziel des ersten Anschlags am Donnerstag sei Präsident Abdelaziz Bouteflika gewesen, hieß es in der Botschaft der „Al-Kaida im Islamischen Maghreb“. Dabei wurden 20 Menschen getötet.

Der Anschlag am Samstag richtete sich gegen eine Kaserne der Küstenwache in der Hafenstadt Dellys, rund 100 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier. Das Innenministerium sprach von zwei Selbstmordattentätern. 47 Menschen seien verletzt worden. Die Al-Kaida erklärte, für den Anschlag sei ein mit 800 Kilogramm Sprengstoff beladener Lastwagen verwendet worden. Die aus Holz gebauten Kasernengebäude wurden bei dem Anschlag zerstört, Bewohner berichteten, auch angrenzende Häuser seien beschädigt worden.

Weniger als 48 Stunden zuvor hatte sich in der Stadt Batna, rund 430 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Algier, ein Mann in die Luft gesprengt. Der Attentäter stand inmitten einer Menschenmenge, die auf den Präsidenten wartete. Der Mann habe seine Bombe vorzeitig zünden müssen, nachdem er kurz vor dem Eintreffen Bouteflikas entdeckt worden sei, erklärte die Al-Kaida in ihrer am Samstag veröffentlichten Erklärung. Der französische UN-Botschafter und amtierende Vorsitzende des Sicherheitsrates, Jean-Maurice Ripert, verurteilte die Anschläge.

In Algerien kommt es seit 1992 zu Auseinandersetzungen, nachdem die Regierung die islamistische Partei nach ihrem Wahlsieg verboten hatte. Schätzungen zufolge wurden seitdem bis zu 200.000 Menschen getötet.

Im Kampf gegen bewaffnete islamistische Gruppen haben die nordafrikanischen Länder ihre Zusammenarbeit mittlerweile verstärkt. Im Juli forderte die Nummer zwei der Al-Kaida, der ägyptische Geistliche Ajman al-Sawahri, ein Ende der „korrupten“ Regierungen der Region.

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