4,6 Millionen Bürger stimmberechtigt
Norwegen erwartet knappes Wahl-Rennen

In Norwegen haben am Montagmorgen die Stimmlokale für den zweiten und abschließenden Tag der Parlamentswahl geöffnet. Nach Umfragen vom Vortag wird in Oslo ein äußerst knapper Ausgang zwischen der konservativen Mitterechts-Regierung von Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik (58) und dem rotgrünen Lager des sozialdemokratischen Oppositionschefs Jens Stoltenberg (46) erwartet.

HB OSLO. Die Christliche Volkspartei Bondeviks holte zuletzt kräftig zur Arbeiterpartei von Stoltenberg auf, die monatelang auf eine Rückkehr an die Macht zuzusteuern schien. Mit ersten Prognosen zum Wahlausgang wird unmittelbar nach Schließung der Wahllokale um 20 Uhr MESZ gerechnet.

In dem wohlhabenden Land entscheiden die rund 4,6 Millionen Bürger vor allem darüber, wie der immense Ölreichtum verwendet werden soll. Norwegen ist weltweit der drittgrößte Ölexporteur. Bondeviks Minderheitsregierung verspricht weitere Steuerkürzungen. Unter Hinweis auf den sinkenden Stern der deutschen Sozialdemokraten warnten ihre Minister im Wahlkampf gerne vor der Ausgabenpolitik linker Parteien. Stoltenberg mahnte dagegen eine sozialere Verteilung des Reichtums an, mehr Geld für ältere Menschen, für Bildung und den Kampf gegen Arbeitslosigkeit.

Rechts außen im politischen Spektrum wirbt zudem die Fortschrittspartei mit ausländerfeindlichen Parolen. Auf der anderen Seite wirbt die sozialistische Linkspartei mit einem offenen Anti-Amerikanismus, gegen eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union (EU) und gegen eine Ausbeutung der Ölreserven in der Arktis. Die beiden Parteien könnten nun den Ausschlag geben.

Bondevik hat seit 2001 eine Minderheitsregierung seiner Christlichen Volkspartei mit den Konservativen sowie der kleinen liberalen Partei „Venstre“ geführt. Die Koalition war im Parlament von den Stimmen der rechtspopulistischen Fortschrittspartei abhängig. Der Sozialdemokrat Stoltenberg strebt eine Mehrheitsregierung in Zusammenarbeit mit den Linkssozialisten und der liberalen Zentrumspartei an.

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