4-Billionen-Dollar-Sparplan
Republikaner laufen Sturm gegen Obamas „Klassenkampf“

US-Präsident Obama will bis 2023 vier Billionen Dollar einsparen, allerdings nicht durch Einschnitte ins Sozialsystem. Stattdessen soll es höhere Steuern für Reiche geben. Ein rotes Tuch für die Opposition.
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Washington

Die Sparpläne von US-Präsident Barack Obama stoßen auf knallharte Kritik der Opposition. Die Vorschläge seien ein Schritt in Richtung "Klassenkampf", die angekündigte Steuererhöhung für Reiche eine Gefahr für den Wirtschaftsaufschwung, hieß es in ersten Stellungnahmen der Republikaner. Obama habe keine Rede zum Schuldenabbau gehalten, "sondern einen Beitrag zum Präsidentenwahlkampf" geliefert, meinte der republikanische Abgeordnete Jeb Hensarling. Die von Obama angekündigte Kürzungen dagegen gingen nicht weit genug.

Schon vor Obamas Ansprache zur Präsentation seiner Pläne bezeichneten Republikaner sie als unzureichend, um 14 Billionen Dollar Schulden abzubauen. Sie sprachen sich außerdem gegen Steuererhöhungen aus. So schloss der republikanische Präsident des Repräsentantenhauses, John Boehner, jede Diskussion über eine Erhöhung der Abgaben aus. "Steuererhöhungen werden kein Teil (der Einigung) sein", sagte er.

Obama hatte im Kampf gegen die gigantischen Staatsschulden drastische Etatkürzungen angekündigt. Insgesamt beläuft sich sein Sparziel in den nächsten zwölf Jahren auf vier Billionen Dollar (2,76 Billionen Euro). Auch bei den Verteidigungsausgaben solle die Axt angesetzt werden. Alle Ausgabeposten müssten zur Überprüfung auf den Tisch. Zugleich warnte Obama aber vor weitergehenden Sparplänen der Republikaner, die radikale Einschnitte bei den Sozialausgaben vorsehen. Allerdings rief er zur Zusammenarbeit auf. Die Probleme könnten nur gemeinsam gelöst werden, meinte er angesichts des Patts zwischen Demokraten und Republikanern im Parlament.

"Wir müssen mit dem auskommen, was wir haben, unser Defizit reduzieren und zurück auf einen Pfad kommen, der es uns erlaubt, unsere Schulden zurückzuzahlen", sagte Obama in einer 45-minütigen Grundsatzrede an der George Washington University. Die Sparmaßnahmen dürften aber nicht den Aufschwung gefährden, fügte er hinzu. Auch vor Einschnitten bei den Gesundheitsprogrammen für Ältere und Bedürftige macht Obama nicht halt. Hier sollen 500 Milliarden Dollar weniger ausgegeben werden, allerdings ohne dass Leistungen gekürzt werden sollen.

"Ich werde die Gesundheitsprogramme aufrechterhalten als ein Versprechen, das wir uns gegenseitig in der Gesellschaft machen", sagte Obama. Auch das Rentensystem dürfe nicht angetastet werden. Die USA häufen allein in diesem Haushaltsjahr bis zu 1,65 Billionen Dollar neuer Schulden an - fast elf Prozent der jährlichen Wirtschaftskraft. Die Gesamtverschuldung beträgt mehr als 14,2 Billionen Dollar. Das ist gemessen an der Wirtschaftsleistung das größte Minus in der Staatskasse der größten Volkswirtschaft seit rund 50 Jahren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " 4-Billionen-Dollar-Sparplan: Republikaner laufen Sturm gegen Obamas „Klassenkampf“"

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  • Aus hiesiger Sicht ist unbegreiflich, wie die Republikaner bei Wahlen überhaupt eine Schnitte abkriegen können: "Möglichst wenig Staat" kann ich ja noch verstehen. Aber "allen Reichtum für die Großkopferten, wozu brauchen wir eine Krankenversicherung?" ist aus hiesiger Sicht völlig unbegreiflich. Ist da wirklich ein halbes Volk "religiös schwer behindert"?

    Oder sind die meisten Amerikaner nur extrem schlecht ausgebildet und informiert? Jedenfalls war allen US-Amerikanern, mit denen ich hier zu Lande darüber sprach, ihr letzter Präsident nur noch peinlich...

  • Immer diese Verschwörungstheoretiker mit ihren Erdbebenmaschinen hier... köstlich... ich bin schon so gespannt auf die Entschuldigung, wenn das Erdbeben nicht stattgefunden hat...
    Allein schon zu glauben, dass diese "geheimen Weltmächte" gerade SIE ausgesucht hätten, um an diesem Wiseen teil zu haben, wäre schon ein pfundschweres Psychogramm wert...
    Köstlich... einfach köstlich...

  • Ich habe die Rede Obamas an der George Washington Universität gestern live auf CNBC gesehen. Der Mann ist rhetorisch und intellektuell von einem anderen Stern. Einfach fantastisch ! Ich hoffe, dass er sich mit seinem Sparplan auch wird durchsetzen können. Und da ich in den USA längere Zeit gelebt habe, kann ich Obama nur zustimmen, dass die Wohlhabenden dort ihren Beitrag leisten müssen, denn einen großen Teil ihres Reichtums haben sie nun mal auf Kosten bzw. mit der Unterstützung der Mittelschicht und der Armen gemacht.

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