40 Raketen gefunden
Israel stoppt Waffenlieferung nach Gaza

Die israelische Armee hat an Bord eines Frachters im Roten Meer 40 Mittelstreckenraketen gefunden. Die Behörden vermuten den Iran hinter der Waffenlieferung, die offenbar in den Gazastreifen gehen sollte.
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JerusalemDie israelische Armee hat an Bord eines im Roten Meer aufgebrachten verdächtigen Frachters 40 Raketen mit einer Reichweite von bis zu 160 Kilometern gefunden. Die „Klos-C“ hatte zudem größere Mengen weiterer Waffen geladen, wie das Militär am Sonntag nach dem Abschluss der Durchsuchung des Schiffs mitteilte. Israel vermutet den Iran hinter der Waffenlieferung, die demnach in den Gazastreifen gehen sollte.

Die Armee beendete nach eigenen Angaben am Sonntagabend die „Entladung und Inspektion“ der Fracht der „Klos-C“. Neben den 40 Raketen vom Typ M-302 seien 181 Mörsergranaten und 400.000 Patronen vom Kaliber 7.62 entdeckt worden.

„Jede dieser Raketen ist eine Bedrohung für die Sicherheit der Bürger Israels“, erklärte de israelische Generalstabschef Benny Gantz. „Jede Kugel, jede Rakete, die entdeckt wurde, hatte eine israelische Adresse", hieß es in der Erklärung weiter. Israel werde auch künftig versuchen, die Verbreitung von Waffen in der Region zu unterbinden. Die an Bord der "Klos-C“ gefundenen Waffen sollen am Montag bei einer Pressekonferenz im Beisein von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Mosche Jaalon in Eilat gezeigt werden.

Das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff war am Mittwoch vor Port Sudan im Roten Meer aufgebracht worden. Es wurde von der Armee umgeleitet und im israelischen Hafen Eilat durchsucht. Die israelischen Streitkräfte werfen dem Iran vor, er habe die Raketen in den Gazastreifen liefern wollen. Teheran weist dies zurück. Das Palästinensergebiet wird seit dem Jahr 2007 von der radikalislamischen Hamas-Bewegung beherrscht.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Nun ist dieser Waffenfund schon letzte Woche gemeldet worden und auf den ersten Blick scheint alles klar : Raketen aus Syrien, verladen auf das Schiff im Iran und schliesslich hier : Zit " „Jede Kugel, jede Rakete, die entdeckt wurde, hatte eine israelische Adresse" .
    Ich bin überzeugt, dass der israelische Geheimdienst einer der besten der Welt ist und sich auf zuverlässige Quellen verlassen kann. Allerdings muss man sich auch der Tatsache bewusst sein, dass Israel in den örtlichen Konflikten mit Syrien und Iran nicht neutral ist. Wie praktisch, dass ein Geheimdienst nicht die Beweise einer syrischen Produktion vorlegen muss, ebensowenig die üblen Absichten der potentiellen Adressaten in Gaza oder des "Zwischenhändlers" Iran belegt. Der Iran dementiert eine bewusste Waffenlieferung ... - klar, war auch nicht anders zu erwarten. Ich finde es schon merkwürdig, dass 1500 km von der Küste Gaza entfernt, aber in unmittelbarer Nähe zu dem Bürgerkriegsland Sudan (wo Waffenlierungen wohl keine Seltenheit sein dürften) ein "Zugriff" erfolgt, der dann die Darstellung des Geheimdienst beweisen soll. Klar ist nur, dass der Waffenfund eine "Berechtigung" darstellen soll in Zukunft alle "verdächtigen" Schiffsladungen präventiv zu entern. Das könnte also eine Ermächtigung für universelle "Polizeieinsätze zur See" darstellen - fragt sich nur, ob andere Staaten sich das so einfach bieten lassen. China z.B. verkauft auch reichlich Waffen nach Afrika - und könnte sich gezwungen sehen seine Frachtschiffe in Zukunft mit einer Militär-Eskorte zu begleiten. Schon wäre der nächste Schritt hin zu einem grösseren Kräftemessen getan. Also nix mit freiem globalem Welthandel ? Ok, ich übertreibe. Mir kommt solch eine Formulierung wie „Jede Kugel, jede Rakete, die entdeckt wurde, hatte eine israelische Adresse" eben sehr verdächtig vor - wie Propaganda eben. Die Nahost- Konflikte sind eben nicht zu Ende und haben sich noch nicht im Sinne von Tel Aviv entwickelt.

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