400 000 Akten
Wikileaks will geheime Irak-Dokumente veröffentlichen

Es ist der Alptraum von Militärs und Geheimdiensten: Angeblich sollen bald für jedermann 400 000 geheime Dokumente über den Irak-Krieg im Internet einzusehen sein. Dahinter steckt offensichtlich Wikileaks. US-Außenministerin Clinton ist sauer, bevor etwas passiert ist.
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HB WASHINGTON. Die Internetplattform Wikileaks ist angeblich im Besitz von 400 000 geheimen Dokumenten der USA zum Irak-Krieg. Wie der US-Fernsehsender CNN am Freitag weiter berichtete, sollen die Papiere einen unzensierten Einblick in das Kriegsgeschehen zwischen 2004 und 2009 geben. Das US-Außenministerium kritisierte Wikileaks scharf dafür, erneut geheime und vertrauliche Dokumente der Regierung ins Internet stellen zu wollen.

Wikileaks will an diesem Samstag in London eine Pressekonferenz geben - das Thema nannte die Plattform aber zunächst nicht. Nach tagelangen Spekulationen über die Veröffentlichung neuer Geheimdokumente hatte Wikileaks-Gründer Julian Assange am Dienstag mitgeteilt, die Berichte seien falsch.

US-Außenministerin Hillary Clinton zeigte sich verärgert und griff Wikileaks scharf an. Sie verurteile es "klar und eindeutig", sollten geheime Unterlagen zugänglich gemacht werden, sagte sie. Solche Enthüllungen gefährdeten Leben und bedrohten die nationale Sicherheit der USA "und derer, die mit uns zusammenarbeiten".

Der Irak-Krieg begann im März 2003 mit der Invasion der USA, Großbritanniens und verbündeter Staaten. Deutschland, Frankreich und Russland stellten sich gegen die sogenannte Koalition der Willigen. Die Invasion erfolgte ohne Legitimation durch den UN Sicherheitsrat. - US-Präsidenten Barack Obama erklärte den Krieg am 31. August 2010 für offiziell beendet.

Das US-Verteidigungsministerium spielte die Sache mit neuen Wikileaks-Veröffentlichungen herunter. "Da wird es wahrscheinlich keine großen Überraschungen geben", sagte dessen Sprecher, Major Chris Perrine. "Das sind alles Nachrichten von gestern." Über das meiste sei bereits "sehr, sehr ausführlich berichtet worden". Der Sprecher des US-Außenamts, Philip Crowley, ergänzte, die US- Regierung hoffe, dass die Veröffentlichung unterbleibe. "Und wir wünschen uns aus ganzem Herzen, dass Medien nicht mit ihnen zusammenarbeiten."

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  • Tja, wenn der eine sagt das es Schrott von gestern ist und der andere es scharf kritisiert und verhindern will, ja dann ist es wohl doch brisant und etwas dran
    Das ist, so viel habe ich gelernt, immer so.

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