40 000 demonstrieren gegen Regierung
Protestwelle in Budapest erreicht neuen Höhepunkt

In der ungarischen Hauptstadt Budapest haben erneut zehntausende Menschen gegen die Regierung demonstriert. Am Samstagabend versammelten sich rund 40 000 Demonstranten auf dem Platz vor dem Parlamentsgebäude – es war die bislang größte Veranstaltung dieser Art, seit die Proteste zu Wochenbeginn aufgeflammt waren.

HB BUDAPEST. Zu gewaltsamen Ausschreitungen mit den Sicherheitskräften kam es nicht, obwohl einige Demonstranten Mitglieder rechtsextremer Gruppen waren. Die größte Oppositionspartei Fidesz hatte aus Angst vor neuer Gewalt ihre eigene Versammlung abgesagt. Dennoch fanden sich tausende Fidesz-Anhänger in der Menschenmenge.

Der stellvertretende Parteivorsitzende Pal Schmitt rief die Demonstranten auf, mit weißer Kleidung und Armbinden zu zeigen, dass sie Gewalt ablehnen. Viele Menschen trugen ungarische Fahnen und sangen patriotische Lieder. Sie betonten, so lange nicht aufgeben zu wollen, bis Regierungschef Ferenc Gyurcsany seinen Stuhl räume.

Die Proteste in dem neuen Mitgliedsland der Europäischen Union (EU) waren durch einen Tonbandmitschnitt ausgelöst worden, in dem Gyurcsany Lügen im Wahlkampf eingestanden hatte. Zu Wochenbeginn wurden bei Ausschreitungen hunderte Menschen verletzt. Es war der heftigste Gewaltausbruch seit dem blutig niedergeschlagenen Volksaufstand gegen die kommunistische Herrschaft im Jahr 1956. Gyurcsany lehnt einen Rücktritt ab. Beobachter halten es durchaus für möglich, dass er die politische Krise trotz der anhaltenden Proteste überstehen könnte.

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