45 Leichen in Krankenhaus von New Orleans gefunden
Bush weist Rassismus-Vorwürfe zurück

US-Präsident George W. Bush hat am Montag David Paulison zum geschäftsführenden Leiter der US-Katastrophenschutzbehörde Fema ernannt. Zuvor war Fema-Chef Michael Chertoff Brown nach tagelanger vernichtender Kritik zurückgetreten. Zugleich wies Bush in New Orleans Vorwürfe als absurd zurück, dass die schleppende Hilfe auf versteckten Rassismus zurückzuführen sei.

HB WASHINGTON/NEW ORLEANS. Am Freitag hatte Heimatschutzminister Michael Chertoff Brown von seinen Pflichten bei der Leitung der Rettungs- und Bergungsarbeiten in den vom Hurrikan „Katrina“ heimgesuchten Gebieten entbunden und nach Washington zurückbeordert. Browns Reaktion auf die Katastrophe war als unzureichend kritisiert worden. Präsident George W. Bush war von den oppositionellen Demokraten aufgefordert worden, ihn zu entlassen. der neue Fema-Chef Paulison ist ein ranghoher Mitarbeiter des Heimatschutzministeriums.

Brown sagte, es sei eine Ehre für ihn gewesen, die Organisation zu leiten, doch wolle er mit seinem Rücktritt dazu beitragen, dass die Fema ihre Arbeit nun ungeachtet von Kontroversen fortsetzen könne, teilte Brown mit.

In New Orleans hatten zehntausende nach dem verheerenden Hurrikan vor zwei Wochen tagelang vergeblich auf Hilfe gewartet. Auch in anderen Teilen des riesigen Katastrophengebiets lief die Hilfe für Überlebende erst mit mehreren Tagen Verzögerung an. Noch ist völlig unklar, wie viele Opfer der Hurrikan gefordert hat. Immer wieder machen die Einsatzkräfte in diesen Tagen grausige Entdeckungen. So wurden am Montag im Krankenhaus „Memorial Medical Center“ die Leichen von 45 älteren Patienten gefunden. Das teilten die Gesundheitsbehörden von Louisiana mit.

Das Krankenhaus war vor einer Woche geräumt worden, nachdem im Erdgeschoss das Wasser stand. Die Opfer waren aber nach ersten Augenschein nicht durch den Hurrikan oder die Überflutung ums Leben gekommen, sondern durch die große Hitze, weil nach dem Hurrikan der Strom und wenig später auch die Notgeneratoren ausgefallen waren, berichteten lokale Medien. In vielen Krankenhäusern herrschten Tage nach dem Durchzug des verheerenden Hurrikans vor zwei Wochen katastrophale Zustände. Die Patienten wurden teilweise erst nach mehreren Tagen per Helikopter gerettet.

Die offizielle Totenzahl durch Hurrikan „Katrina“ erhöhte sich damit auf rund 450 in Louisiana und Mississippi. Die Bergung der Leichen ist allerdings noch längst nicht abgeschlossen. New Orleans' Bürgermeister Nagin war zunächst von bis zu zehntausend Toten ausgegangen.

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