5+1-Gruppe: Keine Einigung mit Iran bei Atomgesprächen

5+1-GruppeKeine Einigung mit Iran bei Atomgesprächen

Mit einem Durchbruch war nicht mehr gerechnet worden, jetzt sind die Verhandlungen zwischen dem Iran und der 5+1-Gruppe ohne Ergebnis beendet worden. Ein Termin für ein neues Treffen ist bisher nicht bekannt.
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AlmatyDie Verhandlungen über das umstrittene iranische Atomprogramm sind ergebnislos beendet worden. Die Chefdiplomatin der Europäischen Union, Catherine Ashton, sagte nach dem Ende der Gespräche im kasachischen Almaty am Samstag, es habe lange und intensive Diskussionen gegeben. Die Positionen lägen aber nach wie vor weit auseinander. Auch der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow räumte ein, ein Kompromiss sei nicht erreicht worden. Die Gespräche seien aber ein Schritt vorwärts gewesen.
Russland zufolge wurde vorerst auch kein Termin und Ort für ein neues Treffen vereinbart. Der Iran und die 5+1-Gruppe, die aus den fünf UN-Vetomächten und Deutschland besteht, hatten seit Freitag Gespräche im kasachischen Almaty geführt.

Ashton zeigte sich aber zufrieden mit Qualität und Tiefe der Verhandlungen. "Erstmals habe ich einen Austausch zwischen der Gegenseite und uns gesehen", sagte Ashton. 

Die Verhandlungen hatten bereits länger gedauert als erwartet. Bis zuletzt wurde über einen möglichen Kompromiss spekuliert. Demnach hätte der Iran die Urananreicherung auf 20 Prozent einstellen können, wenn im Gegenzug die USA sowie die EU einige Sanktionen gegen Teheran aufgehoben hätten. Westliche Diplomaten hatten sich zuvor noch von den am Donnerstag geführten Gespräch enttäuscht gezeigt.

Zu Beginn des zweiten Verhandlungstages führte die iranische Delegation bilaterale Gespräche mit der Europäischen Union, Russland und Frankreich. Details wurden nicht bekannt.

Die Islamische Republik hat mit eigenen Vorschlägen auf das im Februar vorgelegte Angebot der Sechsergruppe aus den USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland reagiert. Vize-Unterhändler Ali Bagheri deutete an, dass der Iran genau wissen wolle, welche Sanktionen wann und wie fallengelassen würden, wenn sich das Land auf weitere Zwischenschritte einlasse.

„Wir sind einigermaßen verblüfft“, sagte der Diplomat mit Blick auf die iranische Stellungnahme. Zuvor hatte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton als Chefunterhändlerin der internationalen Gemeinschaft von Teheran eine „durchdachte, ausgewogene und wohl überlegte“ Antwort gefordert.

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