51-Jähriger ist ideale Ergänzung zu Kerry
John Edwards - Anwalt der Mittelklasse

Nicht Kerry, sondern Edwards wird die Wahl am 2. November wohlmöglich für die Demokraten entscheiden. Die "Rechte Hand" Kerrys hat vieles, was dieser nicht hat: Charisma, Volksnähe, Beständigkeit. Zusammen könnten sie sich nach einer erfolgreichen Wahl gut ergänzen und so gemeinsam ein neues Amerika schaffen.

HB WASHINGTON. Senator John Edwards könnte im Wahlkampf Kerrys noch eine wichtige Rolle spielen. Denn er, der unter Kerry Vizepräsident werden soll, könnte das Volk endgültig für die Demokraten begeistern. Er bringt mit, woran es dem US-Präsidentschaftskandidaten John F. Kerry nach Ansicht vieler Demokraten mangelt: Volksnähe und Bodenständigkeit, Charisma und Redekunst. Nicht zuletzt wirkt Edwards öffentlich stets jugendlich, kämpferisch und optimistisch.

Edwards stammt, wie er in seinen Reden auch immer wieder betont, aus einfachen Verhältnissen in den Südstaaten - im Unterschied zu dem Oststaatler Kerry, der aus einem reichen Diplomatenhaus kommt. Als Rechtsanwalt hat er sich Namen und Vermögen erkämpft. Erst nach 20 Jahren überaus erfolgreicher Anwaltstätigkeit ging er 1999 in die Politik und wurde Senator in North Carolina.

Der 51-Jährige war bei den Vorwahlen ein starker Konkurrent Kerrys, bis er wegen dessen Siegeszugs aufgab. Edwards präsentierte sich geschickt und leidenschaftlich als Anwalt der Unterprivilegierten, der sozial Benachteiligten und der hart arbeitenden Mittelklasse. Hin und wieder irritierte er Parteifreunde mit der Ankündigung protektionistischer und dirigistischer Maßnahmen, um Arbeitsplätze in den USA zu schaffen und zu sichern.

Edwards prangerte die Existenz der „beiden Amerika“ an, das der Privilegierten und das aller anderen. Mit der Wahl Edwards verletzte Kerry nach Ansicht mancher Parteifreunde aber ein ungeschriebenes Gesetz, dem zufolge ein Präsidentschaftskandidat niemanden als Vize wählen sollte, der ihn möglicherweise überstrahlen könnte. Die Republikaner glauben auch, Edwards Schwachstelle ausgemacht zu haben: den Mangel an politischer Erfahrung, der ihn als möglichen Präsidenten unvorstellbar mache. Dieses Amt müsste er übernehmen, falls Kerry als Chef im Weißen Haus ausfiele.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%