6 Staaten sind betroffen
Hintergrund: Die vom Erdbeben betroffenen Länder

Eines der stärksten Erdbeben der vergangenen Jahrzehnte und verheerende Flutwellen (Tsunami) haben am Sonntag in Südasien Tausende Menschen in den Tod gerissen. Das Beben löste gewaltige Flutwellen aus. Betroffen waren Sri Lanka, Thailand, Südindien, Bangladesch, die Malediven und Malaysia.

HB BERLIN. SRI LANKA: Das Urlaubsparadies Sri Lanka war fast zwei Jahrzehnte lang vom Krieg zwischen Armee und Tamilenrebellen überschattet. Die Insel liegt vor der Südspitze Indiens und ist mit etwa 65 610 Quadratkilometern etwas kleiner als Bayern und hat mehr als 19 Millionen Einwohner. Die frühere britische Kolonie Ceylon wurde 1948 unabhängig. Die Singhalesen stellen mit 74 Prozent die größte Bevölkerungsgruppe, die meisten von ihnen bekennen sich zum Buddhismus. Die überwiegend hinduistischen Tamilen machen rund 18 Prozent aus. Konflikte zwischen den beiden Ethnien gab es schon immer. Außer Tourismus und Textilexporten bringen Tee, Kokosnüsse und Kautschuk Devisen. Staatsoberhaupt der Republik Sri Lanka mit der Haupstadt Colombo ist Chandrika Kumaratunga. Regierungschef ist Mahinda Rajapakse.

MALEDIVEN: Mit ihren schneeweißen Sandstrände und gelten die Malediven als Touristenparadies. Über die dunkle Seite der Malediven erfahren die abgeschotteten Urlauber meist nichts. Menschenrechtler verurteilen das Land als Polizei- und Folterstaat. Seit 1978 regiert Präsident Maumoon Abdul Gayoom mit eiserner Hand. Doch zunehmend regt sich Widerstand im Inselparadies mit seinen 1 900 Inseln und rund 300 000 Einwohnern. Vor allem durch den Tourismus wurden die armen Fischerinseln zu einem für Südasien wohlhabenden Land. Für die Urlauber sind 80 vom Rest des streng muslimischen Landes isolierte Inseln reserviert. Die Zahl der Reisenden stieg von 195 000 im Jahr 1990 auf mehr als eine halbe Million 2003, knapp jeder siebte davon ein Deutscher. Nur 200 der flachen Malediven-Atolle sind bewohnt. Gut 250 000 Menschen leben dort. Auf den Malediven mit der Hauptstadt Male ist der Islam Staatsreligion, die Einwohner sind sunnitische Moslems.

THAILAND: Thailand ist für viele Deutsche ein beliebtes Urlaubsziel. Das südostasiatische Land, das mit rund 500 000 Quadratkilometern etwas kleiner als Frankreich ist, zieht mit seinen Stränden im Osten und Westen sowie historischen Tempelanlagen Besucher aus aller Welt an. Etwa 90 Prozent der 63 Millionen Thailänder sind Buddhisten, weitere 5 Prozent Muslime. Es gibt ein deutliches Einkommensgefälle zwischen Stadt und Land - in ländlichen Regionen leben zahlreiche Menschen unter der Armutsgrenze. Staatsoberhaupt der konstitutionellen Monarchie ist seit 1946 König Bhumibol Adulyadej.

INDONESIEN: Die südostasiatische Republik Indonesien ist ein Land der Superlative: Das am Äquator liegende indonesische Archipel umfasst 13 677 Inseln. Hauptinseln sind Sumatra, Java, Borneo (Kalimantan), Celebes und Irian Jaya. Mit schätzungsweise etwa 210 Millionen Menschen - überwiegend Malayen - steht das Land nach der Bevölkerung an vierter Stelle in der Welt. Mit einem Anteil von über 80 Prozent leben in keinem Land der Welt mehr Moslems als in Indonesien. Die jüngste Geschichte des rund 1,9 Millionen Quadratkilometer großen Landes mit der Hauptstadt Jakarta war geprägt von der asiatischen Finanzkrise, dem Sturz des diktatorischen Präsidenten Suharto im Jahr 1998 und den ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten im Juni 1999. Staats- und Regierungschef der Präsidialen Republik Indonesien ist Megawati Sukarnoputri. Das seit dem Ende des 16. Jahrhunderts von den Niederlanden kolonisierte Indonesien wurde 1946 unabhängig. Zwei verbliebene koloniale Enklaven, das niederländische West-Irian und das Ende 1999 von Indonesien unabhängig gewordene ehemals portugiesische Ost-Timor, wurden später eingegliedert.

MALAYSIA: Das aus zwei Landesteilen bestehende Malaysia am Südrand des Chinesischen Meeres hat etwa 24 Millionen Einwohner und umfasst rund 330 000 Quadratkilometer. Die Westhälfte des südostasiatischen Landes liegt auf einer Halbinsel südlich von Thailand, die Osthälfte im nördlichen Drittel der Insel Borneo. Die Hauptstadt ist Kuala Lumpur. Malaysia ist seit 1963 eine föderalistische Wahlmonarchie. Als Staatsoberhaupt amtiert derzeit König Tuanku Syed Sirajuddin Syed Putra Jamalullail. Regierungschef ist Abdullah Ahmad Badawi. Neben einer hoch entwickelten Automobil- und High-Tech-Industrie ist der Tourismus von Bedeutung. Malaysia hat gewaltige Regenwälder und Kilometer lange Strände.

SÜDINDIEN: In Südindien sind vor allem die beiden Bundesstaaten Tamil Nadu und Andhra Pradesh von dem Beben betroffen. Tamil Nadu liegt im östlichen Teil Südindiens. Die Gesamtfläche beträgt rund 130 069 Quadratkilometer, insgesamt leben dort etwa 62 Millionen Menschen. Hauptstadt ist Madras, die viertgrößte Stadt Indiens. Tamil Nadu ist bekannt für seine großartigen Tempelbauten. Andhra Pradesh ist ein Bundesstaat an der Südostküste Indiens. Der Bundesstaat hat rund 276 000 Quadratkilometer Fläche und etwa 75 Millionen Einwohner. Hyderabad ist Hauptstadt des Bundesstaates, dort befindet sich wegen des kühlen Klimas der Sommersitz der indischen Regierung.

BANGLADESCH: Bangladesch hat wie kaum ein anderes Land unter seinen geographischen Besonderheiten zu leiden. Alljährlich verursacht der von heftigem Regen begleitete Monsun Überschwemmungen im riesigen Mündungsdelta der Ströme Ganges, Brahmaputra und Meghna. Der größte Teil des fast 147 000 Quadratkilometer großen Staatsgebiets mit der Hauptstadt Dhaka liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Das Land ist bitter arm und dicht besiedelt. Pro Kopf erwirtschaften die rund 135 Millionen Einwohner jährlich kaum 300 Euro.

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