60 Jahre Israel
Vom Orangen-Exporteur zum Hightech-Land

Ein halbes Dutzend Kriege in sechs Jahrzehnten, erdrückende Verteidigungsausgaben, die Aufnahme hunderttausender Einwanderer – all das hat die israelische Wirtschaft nicht aufhalten können. Besonders die Innovationskraft der Menschen ist ungebrochen – das lockt Kapital aus dem Ausland an.

TEL AVIV. Trotz enormer Belastungen ist der Erfolg der israelischen Wirtschaft beachtlich. In einigen Branchen zählt der Kleinstaat gar zur Weltspitze. Tel Aviv hat eine führende Diamantenbörse, israelische Rüstungsfirmen gehören zu den größten Waffen-Exporteuren, und der Generika-Hersteller Teva ist weltweit die Nummer Eins der Branche.

Doch die erstaunlichsten Erfolgsgeschichten in der 60-jährigen Wirtschaftsgeschichte schreibt die Hightech-Industrie. Kein Land außer Kanada und den USA ist an der Nasdaq mit mehr Firmen vertreten als die Sieben-Millionen-Nation. Etwa ein Zehntel des Sozialprodukts wird mit Hochtechnologie erarbeitet, schätzt Yaakov Scheinin, Ökonom beim Think Tank „Wirtschafts-Modelle“. Längst hat sich Israel von einer sozialistisch ausgerichteten Agrargesellschaft mit puritanischer Arbeitsmoral zum konsumorientierten Hightech-Staat gewandelt.

Einst berühmt für Orangen und landwirtschaftliche Kibbuzim, ist es zu einem der führenden Zentren für Informationstechnologie, Kommunikation und Medizin aufgestiegen. Spitzentechnologiefirmen von internationalem Rang schnappen sich zwischen Tel Aviv und Haifa Ingenieure, Techniker und Softwarespezialisten. IBM verstärkt seine Forschungsaktivitäten in Israel und gründet sein drittes Institut. Microsoft hat in Israel Windows-Betriebssysteme entwickelt, Intel die Mikroprozessoren Pentium 4 und Centrum. Wichtige Technologien von Motorola tragen das Label „Made in Israel“. Und SAP forscht hier.

Die Unternehmer des Landes verstehen es immer wieder, aus der Not eine Tugend zu machen. Die Wasserknappheit inspiriert sie zum Beispiel zu Innovationen bei Entsalzungs- und Bewässerungsanlagen. In dem Bereich ist Israel heute führend.

Um das Land in der feindlich gesinnten Nachbarschaft verteidigen zu können, achtet die Rüstungsindustrie stets auf einen qualitativen Vorsprung gegenüber dem Gegner und strebt einen möglichst hohen Grad an Selbstständigkeit an. Einen entscheidenden Faktor für die Hightech-Erfolge spielt denn auch die Armee. In der Computerabteilung der Israel Defense Forces erhalten unzählige Soldaten das Rüstzeug für eine spätere Hightech-Karriere in der Privatwirtschaft.

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