60. Jahrestag der Kapitulation
Japan entschuldigt sich für Kriegsverbrechen

Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi hat sich am 60. Jahrestag der Kapitulation seines Landes für das von Japan im Zweiten Weltkrieg verursachte Leiden entschuldigt. China erhöhte indes die Sicherheit, um ein Aufflammen von Anti-Japan-Protesten in den Städten zu verhindern.

HB TOKIO. Koizumi richtete die Entschuldigung an die Länder Asiens und versprach, sein Land werde sich nie wieder an einem Krieg beteiligen. Wie auch in den vergangenen Jahren nach seiner Amtseinführung 2001 wurde erwartet, dass Koizumi an diesem Tag nicht den umstrittenen Yasukuni-Schrein besucht.

An dem Schrein wird der 2,5 Millionen japanischen Kriegstoten gedacht, darunter auch Kriegsverbrecher. Zwar hat der Regierungschef nie an einem 15. August den Schrein besucht, mit jährlichen Besuchen zu anderen Anlässen aber Kritik auf sich gezogen.

„Am 60. Jahrestag des Endes des Krieges, betone ich, dass der Frieden und der Wohlstand, den wir heute genießen, errichtet ist auf den Opfern der Vielen, die im Krieg gegen ihren Willen ihr Leben verloren haben“, erklärte Koizumi. „Ich erneuere meine Entschlossenheit, dass Japan niemals wieder den Weg des Krieges gehen wird.“

Japan habe mit seiner Kolonisierung und Aggression in vielen Ländern großen Schaden und Leid angerichtet, besonders in Asien. „Diese Tatsache der Geschichte in Demut akzeptierend drücken wir erneut unsere tiefe Reue und herzliche Entschuldigung aus und sprechen den Opfern des Krieges zu Hause und im Ausland unser Beileid aus.“ Er ergänzte, von Vertrauen geprägte Beziehungen mit den Ländern Asiens aufbauen zu wollen.

Die ohnehin schwierigen Beziehungen zu China und Südkorea hatten im April einen weiteren Rückschlag erlitten. Japans Streben nach einem ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat und die Genehmigung eines Schulbuchs, das die Kriegsvergangenheit des Landes beschönigt, hatten in den beiden Ländern zum Teil gewaltsame anti-japanische Demonstrationen ausgelöst.

Aus diesem Grund verstärkte China unter anderem die Sicherheit vor dem Wohnsitz des japanischen Botschafters. Nach chinesischen Angaben töteten japanische Soldaten beim Massaker von Nanking 300 000 Männer, Frauen und Kinder. Ein Kriegsverbrechertribunal in Tokio hatte 1948 die Ermordung von 155 000 Menschen festgestellt, die meisten davon Frauen und Kinder.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%