6000 zusätzliche Soldaten geplant
Nato weitet Afghanistan-Einsatz massiv aus

Da die Grenzen zwischen Befriedung und Anti-Terror-Einsatz zunehmend verschwimmen, will die Nato ihr Engagement in Afghanistan massiv ausbauen..

BRÜSSEL. Bei einem Treffen in Brüssel wollen die Nato-Außenminister heute grünes Licht für eine Expansion der Stabilisierungstruppe Isaf in den umkämpften Süden des Landes geben. Bisher ist die Nato nur im relativ ruhigen Norden und Westen Afghanistans aktiv. Der Einsatz soll im Frühjahr 2006 beginnen und 6000 zusätzliche Soldaten mobilisieren, hieß es vor dem Treffen, an dem auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und seine US-Kollegin Condoleezza Rice teilnehmen.

Mit der Ausweitung nach Süden erreiche der Einsatz eine neue Dimension, sagte ein Nato-Diplomat in Brüssel. Der Süden Afghanistans sei wesentlich unruhiger als der Norden, so dass die Militärs robuster auftreten müssten. Vor allem die Provinz Kandahar gilt als gefährlich, da sie eine Hochburg des Taliban-Führers Mullah Mohammad Omar war. Bei Gefechten im Süden und im Zentrum Afghanistans kamen am Wochenende 22 mutmaßliche Taliban-Kämpfer ums Leben, wie erst gestern bekannt wurde.

Bisher waren im Süden nur die USA und Großbritannien aktiv. Im Rahmen des Anti-Terror-Einsatzes „Enduring Freedom“ suchen rund 20 000 US-Soldaten nach Taliban und Mitgliedern des El-Kaida-Terrornetzwerks. Die 9000 Soldaten der Stabilisierungstruppe Isaf konzentrierten sich demgegenüber bisher auf die Befriedung und den Wiederaufbau des Landes. Bei einem Isaf-Einsatz im Süden könne die Grenze zwischen polizeilichen Maßnahmen und dem Anti-Terror-Kampf verschwimmen, sagte der Diplomat.

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