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15.02.2007 
Geburtstag von Kim Jong-Il

65 oder 66, tot oder lebendig?

von Finn Mayer-Kuckuk

In Nordkorea werden die Kinder morgen Fahnen schwenken und Tänze aufführen, es wird Feuerwerk geben und Militärparaden. Das isolierte Land feiert den Geburtstag seines „geliebten Führers“ Kim Jong-Il. Wie alt Kim am Freitag tatsächlich wird, ist unbekannt. Zudem kursieren Gerüchte, dass längst ein Doppelgänger im Amt ist.

Ist er es oder ist er es nicht? Gerüchten zufolge ist Kim Jong-II durch einen Doppelgänger ersetzt worden. Foto: dpaLupe

Ist er es oder ist er es nicht? Gerüchten zufolge ist Kim Jong-II durch einen Doppelgänger ersetzt worden. Foto: dpa

TOKIO. Die japanische Zeitung „Mainichi“ hat zwar berichtet, dass Kim wegen Nahrungs- und Energiemangel in seinem Land die Geburtstagsfeierlichkeiten einschränken lasse. Doch das nordkoreanische Fernsehen stellte die am Dienstag in Peking erzielte Übereinkunft bei den Atomgesprächen als großen Sieg Kims dar und kündigte bereits eine Besserung der Versorgungslage an – da steht dem landesweiten Geburtstagsfest nichts mehr im Weg.

Wie alt Kim am Freitag wird, ist Spekulation. Der offiziellen Biografie zufolge wurde er 1942 geboren, demnach wird er also 65 Jahre alt. In Korea ist es aber traditionell üblich, das Geburtsjahr mitzuzählen, was auf den 66. Geburtstag hinauslaufen würde. Russischen Archiven zufolge ist Kim in Wirklichkeit noch ein Jahr älter. 13 Jahre nachdem Kim die Macht übernommen hat, spekulieren Beobachter auch über andere entscheidende Fragen: Wie gut kann Kim die Realität seines Landes einschätzen? Und lebt er überhaupt noch, oder ist er von einem Doppelgänger ersetzt worden? Und wer ist als Nachfolger vorgesehen?

Aus Berichten von Begegnungen mit dem religiös verehrten Diktator geht hervor, dass der Machthaber durchaus über sein Land und die Welt informiert ist. So schaue Kim regelmäßig südkoreanische TV-Nachrichten, meldete eine Delegation aus Seoul nach einem Staatsbesuch in Pjöngjang Ende der 90er-Jahre. In Gesprächen habe Kim zudem eingestanden, dass Planwirtschaft und seine eigene Ideologie der vollständigen Autarkie die Entwicklung der Wirtschaft behindern könnten. Ansätze zu mehr Marktwirtschaft hat Kim jedoch stets wieder zurückgenommen.

Der Nordkorea-Experte Bradley Martin ist der Ansicht, dass Kim nicht genau weiß, welchen Kurs er steuern soll – er fürchte um seine Macht, wenn er die totale Kontrolle aufweiche. Möglicherweise drehen sich die Spekulationen aber auch um eine Figur, die bereits tot ist. Ein japanischer Sushi-Meister und eine Choreographin, die in Kims Diensten standen, berichten in Büchern und Interviews vom Ableben Kims. Bereits Ende der 90er-Jahre habe er todkrank und abgemagert gewirkt. Kurz darauf sei ein angeblicher Kim topfit und wohlgenährt in der Öffentlichkeit aufgetreten. Das Militär habe den Herrscher durch einen Doppelgänger ersetzt, der als Marionette regiere, so die Behauptung.

Ob tot oder lebendig – mit jedem Geburtstag der Führerfigur wird die Frage dringender: Wer kommt nach Kim? Als sein Vater Kim Il-Sung so alt war wie er, hatte dieser ihn bereits als Nachfolger aufgebaut. Ein ähnlich klarer Stabwechsel ist nicht in Sicht. Kims ältester Sohn, der 35-jährige Jong-Nam, ist bisher nur durch einen rauschenden Lebensstil im Ausland aufgefallen, während sein Vater sich in diesem Alter bereits in der nordkoreanischen Arbeiterpartei engagierte. Beobachter zweifeln daher an der Tauglichkeit des Kim-Sprosses.

Eine Alternative wäre der 25-jährige Kim Jong-Chol, der Sohn von Jong-Ils dritter Frau. Er hat mit einer falschen Identität in Frankreich studiert und engagiert sich Geheimdienstquellen zufolge bereits fleißig in Regierungspositionen.

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