68. Geburtstag von George W. Bush
„Ich war der Satan höchstpersönlich“

Für viele ist er die Inkarnation des Bösen. Doch George W. Bush will nicht als Kriegstreiber in die Geschichte eingehen. Nun malt er Ölbilder, schweigt zum Irak und präsentiert sich als der nette Mann von nebenan.
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San FranciscoEr schweigt. Das ist sonst eigentlich nicht die Sache des George W. Bush. Der Vater des Kriegschaos im Nahen Osten lässt es unkommentiert, dass US-Präsident Barack Obama gerade erst weitere 200 US-Soldaten in den Hexenkessel Irak gesendet hat. Es kommt kein Wort der Kritik oder Häme über die Lippen des Mannes, der am 20. Januar 2001 als 43. Präsident der USA vereidigt und 2009 von Obama abgelöst wurde. Am Sonntag feiert er seinen 68. Geburtstag.

Schweigsamkeit ist nicht der Normalfall für die politische Führungstruppe, die mit Bush zusammen 2003 die USA in den Irak einmarschieren ließ. Allen voran Bushs damaliger Vizepräsident Dick Cheney will nicht aufgeben, seine Politik als richtig zu verteidigen.

Erst vergangene Woche verbreitete er im Wall Street Journal seine üblichen Parolen, bezichtigt Präsident Obama der Untätigkeit, forderte einmal mehr militärische Präsenz im Mittleren Osten.

Cheney gilt neben Paul Wolfowitz als der eigentliche Treiber hinter dem zweiten Irak-Krieg. Er kann bis heute nicht zugeben, was die ganze Welt weiß: Es war ein Fehler. Im Vakuum nach dem Fall von Sadam Hussein entfesselte sich ein Bürgerkrieg, der zum Flächenbrand geriet.

Das soll der Cheney mal allein machen, denkt sich Ex-Präsident Bush auf seinem Anwesen in Texas. „Ich will unseren Präsidenten nicht unterminieren. Egal wer Präsident ist“, erklärte er schon 2012 staatsmännisch gegenüber dem Sender CNN. „Ein Ex-Präsident kann so etwas, aber ich glaube, dass ist einfach schlecht für die Präsidentschaft an sich.“

Gesetzte Worte, die sein Ziel verdeutlichen: die Reifung zum weisen Staatsmann, als der er dann in die Geschichte eingehen will. Derzeit haben viele Amerikaner ein anderes Bild von seinen beiden Amtszeiten. Sie waren geprägt von unerklärten Kriegen, geheimen Gefängnissen, legalisierter Folter, Steuersenkungen für Superreiche und Finanzcrash.

Kommentare zu " 68. Geburtstag von George W. Bush: „Ich war der Satan höchstpersönlich“"

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  • „Von 2001 bis 2003, so der Report, lassen sich 935 ihrer öffentlichen Statements im Nachhinein als Lügen identifizieren.“

    Sollte irgendwann einmal weltweit im öffentlichen Sprachgebrauch die tatsächliche Wahrheit über das 9/11-Attentat zum Konsens werden, dann würden die nachweislichen Lügen auf weit über eintausend steigen. Damit wäre er dann tatsächlich der Satan und seine Regierungsmannschaft die personifizierte Höllenbrut. Solche außergewöhnlichen und wahnsinnigen Verbrecher dann mit Nazis gleich zusetzen wäre eine Beleidigung der echten Nazis!
    Ich persönlich halte es mittlerweile für plausibel, dass mindestens maßgebliche Teile der Bush junior Regierung unmittelbar an vorderster Stelle dieses Attentat inszeniert hatten!

    Diese Wahrheit wird man aber niemals zulassen, denn es würde das gesamte Staatsgefüge der USA hinwegfegen. JEDER US-Amerikaner wird das, aufgrund übersteigertem Patriotismus an falscher Stelle, verhindern. Eine Staatsbevölkerung im Selbstbetrug und darum werden Verbrecher an der US-Staatsspitze weiterhin ihre Chancen bekommen! Wir sollten uns fragen, ob wir nicht schon längst mit verseucht sind?

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