70 Tote bei US-Angriffen
Iraker offenbar für Verfassung

Zwei Tage nach dem Referendum im Irak steht die Zukunft der neuen Verfassung des Landes noch auf der Kippe. Es zeichnet sich vorläufigen Ergebnissen zufolge aber ein Ja der Wähler ab. Einen Tag nach der Abstimmung begann die US-Armee unterdessen eine Groß-Offensive gegen Rebellen im sunnitischen Kernland um die Stadt Ramadi. Dabei wurden Militärangaben vom Montag zufolge rund 70 Extremisten getötet.

HB BAGDAD. Trotz einer überraschend starken Wahlbeteiligung der sunnitischen Gegner dürfte es keine drei Provinzen geben, in denen sie sich mit ihrem Nein zur Verfassung durchgesetzt haben. Dies wäre für eine Ablehnung notwendig gewesen. Angesichts einer offenbar deutlichen Zustimmung in den mehrheitlich schiitischen und kurdischen Provinzen dürfte die Verfassung damit angenommen sein. Mit einem offiziellen Ergebnis wird erst in den kommenden Tagen gerechnet.

Die Auszählung der zehn Mill. abgegebenen Stimmen ging am Montag langsam voran. Einzelne Wahlbezirke und Provinzen veröffentlichten ihre Ergebnisse, bevor sie von der Wahlkommission in Bagdad noch einmal durchgezählt und geprüft waren. Demnach stimmten mehrheitlich schiitische Provinzen wie Babil um die Stadt Hilla, Nadschaf und Kerbela mit einem überwältigenden Ja für die neue Verfassung. Auch im kurdischen Sulaimanija erhielt das Dokument eine Zustimmung von 98 %. In Ninive - einer von Sunniten und Kurden bewohnten Provinz um die nordirakische Stadt Mossul - gab es zwar mehr Nein- als Ja-Stimmen. Das Lager der Gegner verfehlte jedoch klar die Zwei-Drittel-Mehrheit, die für eine Ablehnung erreicht werden muss. Sollte die Verfassung in drei der 18 Provinzen des Landes durchfallen, ist sie gescheitert.

Offiziellen Angaben zufolge nahmen 63 % der Wahlberechtigten an der Abstimmung am Samstag teil und damit fünf Prozent mehr als an den Parlamentswahlen im Januar. Selbst in den sunnitisch dominierten Provinzen erreichte die Wahlbeteiligung bis zu 90 %, nachdem dieser Bevölkerungsteil die Abstimmung im Januar noch weitgehend boykottiert hatte. Sie gelten zudem als Hochburgen der Rebellen, die das Land vor dem Urnengang mit zahlreichen Attentaten überzogen haben.

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