Viele Großverdiener haben Frankreich den Rücken gekehrt – wegen der hohen Steuern. Doch die von den Sozialisten geplante Reichensteuer ist vorerst gekippt. Ein herber Rückschlag für Präsident Francois Hollande.
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Kommentare

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  • So ist es halt. Neid auf Stammtischniveau. Steuererhöhungen als Wahlversprechen, die dann im Ergebnis alle treffen, wenn auch nur die "Reichen" genannt wurden. Klug, wer von solchen Leuten die Finger läßt. aber lieber alle pleite als einer reich.

  • "Die Reichensteuer sollte vorübergehend sein und wieder abgeschafft werden, wenn sich die Staatsfinanzen des Euro-Landes erholt haben."

    Da liegt womöglich die Krux für so manchen neokonservativ geeichten Reichen, dessen Fürsprecher sich wirkmächtig im Verfassungsrat festgesetzt haben und dem "sozialistischen" Präsidenten hier so ganz unbedarft ideologische Hintergedanken zum Vorwurf machen. Na, dass mag ja durchaus richtig sein, Monsieur Sarkozy, nur welche höhere Instanz spricht Sie von jeglichem Ideologieverdacht frei? ... Wie?...Achso, die EXPERTEN! Na denne...

    Jedenfalls dürfte es seiner Klientel in doppelter Hinsicht zu Pass kommen, wenn die Verschuldung nicht allzu schnell zurück geführt wird. Zum einen natürlich, weil es ja sein wohlverdientes(?) Kapital ist, das da hochversteuert ins Haushaltsloch gekippt werden soll. Aber wichtiger erscheint mir gerade die Funktion, die die Schuldenideologie in der neoliberalen Wertegemeinschaft spielt. Sie dient v.a. dem reinen Machterhalt, denn es sind ja vorwiegend die Kredit- und Anleihezinsen, die das Kapital von unten nach oben spülen, also in ihre unsichtbaren Hände. Außerdem hatten sie sich dass mit dem Schuldenabbau eben einfach anders vorgestellt, halt so wie es in den üblichen EU-Krisenstaaten vernünftigerweise doch auch läuft - mit Sozial-, Lohn- und Staatsabbau und alldem unpopulären Zeugs, das sie ohne Verschuldungskrise nie so schnell hätten durchboxen können.
    Und hier würde sie die vorübergehende Reichensteuer natürlich in eine Zwickmühle bringen, da ihnen ja ursprünglich garnicht daran gelegen ist, das die Staatsfinanzen sich allzu rasch erholen.
    Drum fordere ich "Schluß damit!" und - selbstverständlich völlig ideologiebereinigt - die sofortige Resozialisierung des Kapitals zwecks Rekapitalisierung einer noch zu entwerfenden Solidargemeinschaft. Klingt doch auch ganz nett!?

  • Nur Sozialisten kommen auf so dumme Gedanken, aus einer Millionen Euro Einkommen rund 250 Tausend Euro Netto zu machen.

    Wer da nicht sofort wegläuft, gehört in die Psychiatrie.

    Die französische Langnase Depardieu hat es nun auch verstanden. Dauerte nun wirklich lang genug und diese lange Leitung war offenkundig dem regelmässigen Absinthgenuß geschuldet.

    Wenn diese linken Bekloppten dann noch intern mit dem Vorschlag scheitern, wirds richtig lustig.

    Wer partizipiert von der Gemüselage - äh dem französischen Ratatouille? Ja, wir Deutschen.

    Beifall für die Franzosen. Die bringen sich mittlerweile gerne selber zu Fall. Es braucht nicht mal mehr ein 1871.

  • @sieg-fried:

    "Nur Sozialisten kommen auf so dumme Gedanken, aus einer Millionen Euro Einkommen rund 250 Tausend Euro Netto zu machen."

    Und nur sieg-fried kommt auf den dummen Gedanken, dass von 1 Mio nur 250 000 € nach Steuer übrigbleiben. Der Steuersatz von 75% gilt für den Betrag oberhalb von 1 Mio Einkommen. 2011 lag z.B. der Spitzensteuersatz in Frankreich bei 41% für Einkommen über 70.830 EUR (http://www.karlsruhe.ihk.de/international/zollundaussenwirtschaftsrecht/Umsatzsteuer/1228322/Frankreich_Einkommensteuersaetze_2011.html).

    Hollande scheint also doch kein Sozialist zu sein.

    @sieg-fried:

    "Wenn diese linken Bekloppten dann noch intern mit dem Vorschlag scheitern, wirds richtig lustig."

    Blöd nur, dass das Urteil des Verfassungsrates eine noch höhere Steuerbelastung fordert. Bisher sollte jeder einzeln veranlagt werden, d.h. zwei Verdiener mit 1 Mio. Einkommen pro Person in einem Haushalt wären nicht unter den Spitzensteuersatz von 75% gefallen.

    Wenn Hollande jetzt sein Gesetz dem Urteil anpasst muss dieser Haushalt 1 Mio. von den 2 Mio. Haushaltseinkommen mit 75% versteueren. Nach dem, vom Verfassungsrat verworfenen, bisherigen Steuergesetz wären dafür nur 41% fällig gewesen. Macht für den Haushalt eine Mehrbelastung von 340000 €. Dumm gelaufen.

  • Für mich stimmt etwas nicht, wenn ich die Statistik anschaue, wonach 50% aller Deutschen weniger als 15.000 EUR (Gesamt)Vermögen ihr eigen nennen. Will mir jemand erzählen, die oberen 10% 3000 mal so viel arbeiten oder 3000 mal intelligenter sind oder 3000 mal so tief im Risiko stehen. Die Reichen müssen gemolken werden, aber so, dass es noch erträglich ist. 75% - was soll der Quatsch denn, da würde ich auch weglaufen. Erschreckend was für Vollpfosten da drüben am Werk sind. Und das sollen Deutschlands engste Verbündete sein. Das ist Kasperletheater, Karikatur, Witzfigur, Sarkozy, Bunga-Bunga, französische Sozialisten...Bonne nuit club med. Ohne Deutschland geht NICHTS in diesem Europa

  • Wenn die Reichen nicht mehr wollen ... schieben Millionen Hartzer Kohldampf.
    Die Reichen sind die Säule in D. Die nichts haben kosten nur u. jammern!

  • Reich sein, viel Geld verdienen und vor allem Reich durch Erbschaft hat nichts mit Leistung zu tun. Vor allem Glück und Zufall ist entscheidend. Wenn ich die armen Schweine bei LIDL, Aldi und Co sehe die für ein Taschengeld arbeiten und dann auf Flughäfen Deutschen Managern beim Prahlen zuhöre könnte ich kotzen.
    Mein besonderer Freund ist der Top Leistungsträger Schremp

  • Freuen wir uns auf die Steuererhöhungsorgie nach der Bundestagswahl - auch Frau Merkel wird die hart arbeitenden, 'reichen' (was für ein Unwort...) Steuerzahler zur Kasse bitten. Von Rot-Grüns Erbschafts-, Vermögenssteuer- und Spitzensteuersatzplänen ganz zu schweigen...Hoffentlich gibt es ähnliche Reaktionen der Steuerzahler wie in Frankreich, also Gegenwind gegen das 'Abkochen' der fleißigen Bürger und Unternehmer!

  • Ach ja, der Sozialismus und die Sozialisten .....
    erinnert mich immer an Sysiphus ....
    Klingt in der Theorie toll, wird daher immer wieder gerne probiert, wird aber immer nur kurz funktionieren, bis die Leistungserbringer merken, dass sie restlos abgekocht werden.

    Wir hatten mal 7 Jahre (!!) eine rot-grüne Regierung......

    die haben "soziale" Sachen gemacht ....

    das hätten sich die Schwarzen im Leben nicht getraut ...

  • Ist doch immer das Gleiche: Linke Neid-Ideologie mit Wahlversprechen (Reichensteuer, Höhere Löhne) gemischt ergeben langfristig Abwanderung von Kapital, Entdynamisierung des Mittelstandes, Bürokratiewuchs etc.
    Siehe England = 70ger Jahre bis Maggi kam
    Siehe Frankreich = 80ger Jahre unter Mitterand
    Siehe Deutschland = 200X bis zur Agenda 2010
    Siehe Schweden = 70ger/80ger Jahre
    Natürlich lernt niemand dazu - Polemisieren ist einfacher

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