8,6 Mrd. Euro
Frankreich und Brasilien beschließen Rüstungsverträge

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat mit Brasilien Rüstungsverträge über 8,6 Mrd. Euro geschlossen. Ein mächtiges Brasilien, sei ein "wichtiger Faktor für die Stabilität der Welt", so Sarkozy nach Abschluss des Vertrags. Auch Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva sieht die internationale Rolle seines Landes gestärkt.

HB RIO DE JANEIRO. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat mit Brasilien Rüstungsverträge über 8,6 Mrd. Euro geschlossen. "Dies ist eine historische Entscheidung, denn Frankreich ist überzeugt, dass ein mächtiges Brasilien ein wichtiger Faktor für die Stabilität der Welt ist", erklärte er am Dienstag zum Abschluss eines zweitägigen Besuchs der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas. Sein brasilianischer Kollege Luiz Inacio Lula da Silva lobte das Bündnis seinerseits als Ausdruck der Bedeutung seines Landes. Brasilien könne mit Hilfe Frankreichs eine Rüstungsindustrie aufbauen, die seiner internationalen Rolle entspreche, betonte er.

Den Verträgen zufolge gibt die Regierung Lulas bei der EADS-Tochter Eurocopter und deren brasilianischen Sparte Helibras für 1,9 Mrd. Euro den Bau von 50 Militärhubschraubern in Auftrag. Sie sollen ab 2010 ausgeliefert werden. Zudem liefert Frankreich im Umfang von 4,1 Mrd. Euro die Technik für vier herkömmliche U-Boote sowie das erste atomkraftbetriebene U-Boot des Landes. Sechs Mrd. Euro der Gesamtsumme fließen damit nach Angaben aus Sarkozys Delegation an französische Firmen, die übrigen 2,6 Mrd. Euro an Unternehmen in Brasilien.

Lula hat in der vergangenen Woche eine neue Verteidigungsstrategie vorgelegt, die das Militär stärker auf den Schutz des Amazonas und der jüngst entdeckten Ölvorkommen vor der Küste ausrichtet. In diesem Zusammenhang will die Armee unter anderem in den nächsten 15 Jahren ihre gesamte Flotte an Kampfflugzeugen erneuern. Der französische Flugzeugbauer Dassault ist in der engeren Auswahl für den ersten Auftrag über 36 Jets.

Am Montag hatte Sarkozy im Rahmen eines europäisch-brasilianischen Gipfeltreffens seine Unterstützung für einen ständigen Sitz des lateinamerikanischen Schwellenlandes im UN-Sicherheitsrat zugesagt. Sarkozy ist noch bis Jahresende EU-Ratspräsident. Danach übernimmt Tschechien.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%