Aachener Karlspreisverleihung
Sarkozy hält Lobrede auf Merkel

Harmonie und Einigkeit – zwischen Angela Merkel und Nicolas Sarkozy keine Selbstverständlichkeit. Bei der Aachener Karlspreisverleihung zeigten sich beide ungewohnt zahm. Der französische Präsident lobte Merkel in seiner Laudatio über den grünen Klee. Und einen Hinweis für „Herrn Merkel“ hatte er auch noch.

HB AACHEN. Für ihre Verdienste um die europäische Einigung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in Aachen den Internationalen Karlspreis erhalten. Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nutzen die Zeremonie zu einer Demonstration eines auch persönlich engen Verhältnisses.

Merkel bedankte sich bei Sarkozy ausdrücklich - in französischer Sprache - und sagte die Unterstützung Deutschlands bei der am 1. Juli beginnenden französischen EU-Präsidentschaft zu. In ihrer Dankesrede sagte sie weiter, Frankreich habe Deutschland beim Durchbruch in den Verhandlungen zum EU-Reformvertrag nach dem Scheitern einer Verfassung geholfen. Nun werde Deutschland Frankreich zur Seite stehen.

Sarkozy wiederum sagte in seiner Laudatio auf Merkel, beide Länder müssten gemeinsam ihre Kräfte in den Dienst der Europäischen Union stellen. „Einen Graben zwischen Deutschland und Frankreich darf es nicht geben.“ Sarkozy würdigte die Bundeskanzlerin als große Europäerin, unter deren Führung es im vergangenen Jahr gelungen sei, die Erstarrung Europas nach dem Scheitern der EU-Verfassung in Frankreich und den Niederlanden zu überwinden. „Ich habe viel von Angela Merkel gelernt“, sagte Sarkozy.

Mit einem Augenzwinkern zu Merkels Ehemann Joachim Sauer fügte der Präsident hinzu: „Herr Merkel, glauben Sie nicht alles, was die Presse über uns schreibt. Ich mag Angela Merkel noch viel mehr, als geschrieben wird.“

Beide gelten als sehr unterschiedliche Charaktere: Sarkozy als eher spontan und auch in der Darstellung seiner Ehe mit dem früheren Topmodell Carla Bruni auf öffentliche Aufmerksamkeit ausgerichtet; Merkel als Freundin stiller Diplomatie auf EU-Ebene und als zurückhaltend bei gemeinsamen Auftritten mit ihrem Mann. Beide Länder streiten beide Länder etwa über die Lastenverteilung beim Klimaschutz und hatten lange um Sarkozys Pläne für eine Mittelmeer-Union gerungen.

„Der vereinfachte Vertrag hat die Krise zwischen Europa und den Europäern noch nicht gelöst“, sagte Sarkozy. „Unsere Arbeit beginnt erst jetzt.“ Europa sei eine „zu schöne, zu gerechte Idee, um nur die Idee der Eliten zu sein“. Merkel erklärte, mit dem Vertrag von Lissabon sei ein wichtiger Schritt gelungen. „Wir sind auf dem besten Weg, unser gemeinsames Ziel zu erreichen. Wir wollen die Lähmung der Europäische Union vor den Wahlen zum Europäischen Parlament 2009 beenden“, sagte Merkel. „Europa war, ist und wird unser gemeinsames Schicksal sein.“

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