Ab 2015
Luxemburg verabschiedet sich vom Bankgeheimnis

Ab dem kommenden Jahr gibt es eine Steueroase weniger: Zum 1. Januar 2015 wird in Luxemburg das Bankgeheimnis abgeschafft. Luxemburgs Premierminister Bettel hofft, dass weitere Staaten dem Beispiel folgen.
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BrüsselSteuerhinterzieher haben in Luxemburg keine Chance mehr. Das hat der neue luxemburgische Premier Xavier Bettel im Interview mit dem Handelsblatt betont. „Ab dem 1. Januar 2015 gibt es bei uns kein Bankgeheimnis mehr“, sagte Bettel. Das Großherzogtum werde dann alle Zinserträge ans Finanzamt melden. Das gelte auch für Zinserträge in Stiftungen und Fonds.

„Ja, dazu bin ich bereit. Ich erwarte allerdings, dass Drittstaaten wie die Schweiz, Liechtenstein, Monaco, San Marino und Andorra sich ebenfalls beteiligen“, sagte Bettel. Die Verhandlungen zwischen den EU-Kommission und diesen Ländern müssten in absehbarer Zeit zu Ergebnissen führen. „Die Schlussfolgerungen des EU-Gipfels heute in Brüssel müssen dazu einen konkreten Zeitpunkt enthalten“, sagte Bettel.

Luxemburg hatte sich gemeinsam mit Österreich viele Jahre lang dagegen gesperrt, die in Stiftungen und Fonds versteckten Zinserträge in den Informationsaustausch mit den Finanzämtern einzubeziehen. Österreich gab diese Blockade-Politik bereits beim letzten EU-Finanzministerrat vor einer Woche in Brüssel auf. Nun zieht Luxemburg als letztes Land ebenfalls nach.

Zudem meldete Bettel im Gespräch mit dem Handelsblatt Bedenken gegen das derzeit wichtigste europapolitische Reformvorhaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Die Kanzlerin will durchsetzen, dass alle Euro-Staaten sich in bilateralen Verträgen mit der EU zu Wirtschaftsreformen verpflichten und dafür bei Bedarf einen finanziellen Anreiz von der Euro-Zone erhalten. „ Ich verstehe nicht, wie diese Reformverträge funktionieren und wer dafür bezahlen soll. Und ich kaufe keine Katze im Sack. Viele Länder haben unpopuläre Reformen durchgesetzt, ohne von der Euro-Zone Geld dafür zu bekommen“, sagte Bettel.

Zugleich warnte er reformunwillige Regierungen davor, finanzielle Forderungen an die Euro-Zone zu stellen. “Wenn Regierungen ihre Hausaufgaben nicht machen, müssen sie sich darüber im klaren sein, dass andere Euro-Staaten ihre Probleme nicht lösen werden. Wir können es unseren Steuerzahlern nicht zumuten, für andere Euro-Staaten aufzukommen. Ein Land, dass die notwendigen Maßnahmen nicht ergreift, muss für die Folgen selber gerade stehen“, sagte Bettel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte beim EU-Gipfel im Dezember vergeblich versucht, die bilateralen Reformverträge durchzusetzen. Im Oktober will sie das Thema aber wieder auf die Tagesordnung des EU-Gipfel setzen.

Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel

Kommentare zu " Ab 2015: Luxemburg verabschiedet sich vom Bankgeheimnis"

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  • Eine gute Entscheidung.

    Wenn dann noch die letzten 10 Jahre rueckwirkend offengelegt werden, wird noch der ein oder andere HOENESS ans Tageslicht gespuelt.

    Also liebe "Selbstanzeiger"... auf die Plaetze fertig los! Luxemburg ist nicht mehr sicher und die deutschen Finanzbehoerden bekommen euch sonst bald zu fassen.

    So billig wie HOENESS kommt niemand mehr davon!

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