Abbas: Sabotageakt
Festnahmen nach Anschlag in Tel Aviv

Bei einem Selbstmordanschlag vor einem Nachtclub in Tel Aviv sind vier Menschen ums Leben gekommen. Als Täter wurde ein 21-jähriger Student identifiziert.

HB BERLIN. Nach dem Selbstmordanschlag in Tel Aviv haben israelische Truppen am Samstag fünf Personen festgenommen. Wie aus palästinensischen Kreisen verlautete, wurde als Täter ein 21-jähriger Student aus dem Westjordanland identifiziert.

Bei dem Anschlag am späten Freitagabend wurden vier Menschen getötet und mehr als 50 verletzt. Unter den Festgenommen sind laut palästinensischen Angaben zwei Brüder des Selbstmordattentäters und der Imam ihres Dorfs Deir al Ghusun, das nördlich der Stadt Tulkarem liegt. Die israelischen Streitkräfte ordneten ein Ausgangssperre für die Bevölkerung des Orts an.

Der Selbstmordattentäter zündete vor der Diskothek «Stage» nahe der Strandpromenade von Tel Aviv eine mit Metallsplittern versetzte Bombe. Am Eingang hielten sich zu diesem Zeitpunkt bis zu 30 jungen Leute auf. Die Wucht der Detonation beschädigte die Vorderfront des Nachtklubs. Die Polizei teilte mit, Wachleute hätten versucht, dem Täter den Eintritt in den Club zu verwehren. So sei eine noch größere Tragödie verhindert worden.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas kündigte an, die palästinensische Regierung werde angesichts dieses «Sabotageakts nicht ruhig bleiben». Es werde alles getan, die Täter angemessen zu bestrafen.

Der israelische Minister für öffentliche Sicherheit, Gideon Esra, forderte, die Palästinenser müssten mehr zu tun, um solche Anschläge zu verhindern. Die Kontakte mit den Palästinensern würden aber nicht abgebrochen, fügte er hinzu.

In Washington erklärte US-Außenministerin Condoleezza Rice, jetzt sei es wichtig, dass die palästinensische Führung sofortige glaubwürdige Schritte zur Fahndung nach den Tätern einleite. «Wir müssen jetzt Aktionen sehen, die die klare Botschaft enthalten, dass Terror nicht geduldet wird», sagte Rice.

Sprecher der militanten Organisationen Islamischer Dschihad, Hamas und Al-Aksa-Brigaden erklärten, dass sie nichts mit dem Anschlag zu tun hätten.

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