Abbas und Scharon besuchen Bush
Israel soll Sperrzaunausbau einstellen

Die USA wollen Israel zum Baustopp bei der Errichtung des Sperrzaunes um das palästinensische Westjordanland bewegen. Das berichtete der israelische Rundfunk am Donnerstag kurz vor den Besuchen der Regierungschefs Mahmud Abbas und Ariel Scharon bei Präsident George W. Bush. In dieser Frage habe Washington die Haltung der palästinensischen Regierung übernommen, hieß es weiter.

dpa JERUSALEM/RAMALLAH. Der palästinensische Ministerpräsident Abbas will bei seinem Treffen mit Bush an diesem Freitag zudem ein Ende des Ausbaus jüdischer Siedlungen in den besetzten Gebieten verlangen. Bisher weigert sich Israel, der Forderung nachzukommen. Mit dem israelischen Ministerpräsidenten Scharon wird Bush am Sonntag sprechen. Die Palästinenser versprechen sich von dem Treffen Abbas-Bush mehr Druck auf Israel, die Lebensbedingungen der Palästinenser zu verbessern. In Israel war die Entlassung Hunderter palästinensischer Gefangener in den nächsten Tagen angekündigt worden.

Israel hatte im Juni vergangenen Jahres auf dem Höhepunkt palästinensischer Anschläge gegen Israelis mit dem Bau der Grenzbefestigung begonnen, die das Westjordanland tief auf palästinensischem Gebiet praktisch von Israel abtrennt. Tausende Quadratkilometer palästinensischen Gebietes wurden für den Bau enteignet. Das erste, 145 Kilometer lange Teilstück, das nordwestlich der Stadt Dschenin beginnt, soll noch im Juli fertig werden. Nach Erkenntnissen der israelischen Menschenrechtsorganisation Bezelem geht der Zaun durch 13 palästinensische Dörfer.

Ungeachtet des blutigen Nahost-Konflikts ist die Zahl der jüdischen Siedler in den Palästinensergebieten weiter gestiegen. Wie die Tageszeitung „Haaretz“ am Donnerstag berichtete, leben im Westjordanland und im Gazastreifen derzeit nach Angaben des Innenministeriums etwa 231 000 Israelis. Eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der Friedensbewegung „Frieden Jetzt“ ergab, dass mehr als 80 Prozent aller Siedler durchaus bereit wären, das besetzte Gebiet im Rahmen einer Friedenslösung gegen eine Entschädigung zu verlassen. Scharon hat in den vergangenen Monaten mehrfach angedeutet, dass eine Beendigung der israelischen Besetzung der Palästinensergebiete unvermeidlich sei.

Israelische Grenzpolizisten erschossen am Donnerstag nach Rundfunkberichten einen Beduinen, der sein Fahrzeug bei einer Routinekontrolle im Süden des Landes nicht angehalten habe. Bei anschließenden Demonstrationen mehrerer Dutzend Steine werfender Beduinen sei ein Polizist leicht verletzt worden.

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