Abbruch der Reise fiel Bundespräsident schwer
Dschibuti verneint Terror-Gefahr für Rau

Die Regierung von Dschibuti hat die Seriosität von Drohungen gegen Bundespräsident Johannes Rau in Zweifel gezogen. Ihm habe bei seiner abgebrochenen Afrika-Reise nach Darstellung des afrikanischen Landes keine Gefahr durch einen Terror-Anschlag gedroht. Rau selbst sieht auch nach der vermeintlichen Drohung gegen ihn keine veränderte Sicherheitslage in Deutschland und bedauerte nach seiner Rückkehr nach Berlin die Notwendigkeit des Abbruchs der Reise.

HB NAIROBI/BERLIN. Es habe keinen Grund zur Absage des Besuchs in dem ostafrikanischen Land gegeben, sagte ein Sprecher des Außenministeriums von Dschibuti dem britischen Rundfunksender BBC. Seine Regierung habe keine „glaubwürdigen Beweise“ für einen geplanten Anschlag gefunden. Nach den vorliegenden Informationen seien die Drohungen gegen Rau „nicht ernst zu nehmen“. Er sei „erstaunt“ über Raus Entscheidung, seine Afrika-Reise abzubrechen und auf einen geplanten Abstecher nach Dschibuti zu verzichten.

Rau hatte auf dringende Empfehlung der Sicherheitsdienste einen Besuch der in Dschibuti für den Anti-Terror-Kampf stationierten 25 Bundeswehrsoldaten abgesagt. Derweil fuhr die Bundeswehr ihre nach dem Abbruch des Rau-Besuchs verschärften Sicherheitsmaßnahmen nach Angaben der „Sächsischen Zeitung“ wieder herunter. Eine am Dienstag verhängte Ausgangssperre für die 25 deutschen Soldaten in Dschibuti sei wieder aufgehoben worden, berichtete das Blatt unter Berufung auf Informationen aus dem Bundesverteidigungsministerium.

Unmittelbar nach der Landung seines Flugzeuges sagte Rau am frühen Mittwochabend in Berlin, er sei gelassen, was die Situation in Deutschland angehe: „Denn nach allem, was ich weiß, und ich bin gut unterrichtet, hat sich hier keine Gefahr erhöht in den letzte Wochen“, versicherte Rau noch auf dem Rollfeld. Rau hatte am Dienstagabend nach Hinweisen auf einen geplanten Terroranschlag gegen ihn seine Afrika-Reise abgebrochen, einen Aufenthalt im nordostafrikanischen Dschibuti gestrichen und war nach Deutschland zurückgekehrt.

Er habe sich schweren Herzens zum Abbruch der Reise entschieden, sagte Rau in seiner kurzen Ansprache nach der Landung. Er habe sich aber dazu entschlossen, um weder Mitreisende noch die deutschen Soldaten in Dschibuti zu gefährden, die er habe besuchen wollen. Ungeachtet seiner vorzeitigen Rückkehr rief das Staatsoberhaupt dazu auf, sich vom Terror nicht handlungsunfähig machen zu lassen. Vor allem müsse denjenigen der Nährboden entzogen werden, die sich auf Armut, Elend und Hunger beriefen, um Terror zu rechtfertigen.

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