Abdul Qadeer Khan als Nationalheld verehrt
Pakistanischer Atombomben-Erfinder entlassen

Wegen des Exports von Atomwaffen-Technik geht die Regierung in Islamabad nun gegen die Verantwortlichen vor. Der «Vater der islamischen Bombe» wurde als Regierungsberater entlassen.

HB BERLIN. Abdul Qadeer Khan gilt als Erfinder der pakistanischen Atombombe. Nach Ermittlungen zu Atom-Exporten nach Iran, Lybien und Syrien ist Khan am Samstag nun seines Amtes als wissenschaftlicher Berater des Ministerpräsidenten enthoben worden. Er hatte das Amt seit 2001 inne.

Vorausgegangen war eine offizielle Untersuchung wegen Vorwürfen der Weiterverbreitung von Atomwaffen. Ein Regierungssprecher sagte, der Schritt sei erfolgt, um freie und objektive Ermittlungen zu ermöglichen.

Die Ermittlungen liefen seit im November die iranische Regierung der Internationalen Atomenergiekommission (IAEA) Informationen übermittelt hatte. Sechs Wissenschaftler der Khan-Forschungslaboratorien wurden bereits verhaftet. Khan befindet sich nach Angaben aus Regierungskreisen auf freiem Fuß, darf aber Islamabad nicht verlassen.

Die pakistanische Regierung hatte erklärt, sie habe niemals dem Export von Atomtechnologie zugestimmt. Präsident Pervez Musharraf war Ende der 90er Jahre durch einen Militärputsch an die Macht gekommen und arbeitet seit den Anschlägen am 11. September 2001 eng mit der amerikanischen Regierung zusammen.

Khan gilt in Pakistan als Nationalheld. Kritiker islamistischer Parteien in Pakistan werfen Musharraf deshalb vor, mit der Einleitung von Ermittlungen westlichem Druck nachgegeben zu haben.

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