Abgabenreform
China besteuert ausländische Unternehmen

Um Investitionen anzuziehen, hat Peking auslädische Unternehmen lange bevorzugt. Das ist nun vorbei - Inländer und Ausländer müssen die gleichen Steuern zahlen.
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HB PEKING. China belastet ausländische Unternehmen ab kommendem Jahr mit zwei Steuerarten, von denen sie bisher ausgenommen waren. Ziel einer Steuerreform ist es, inländische und ausländische Unternehmen gleich zu besteuern.

Die Sonderregeln für Ausländer stammen aus der Zeit, als China grundsätzlich von der Welt abgeriegelt war und ausländische Firmen nur in der abgetrennten Welt von Sonderwirtschaftszonen wirtschaften durften. Heute ist das Reich der Mitte komplett internationalisiert; die Industrialisierung ist stark fortgeschritten. Die Regierung hält die getrennten Steuerregeln daher nicht mehr für notwendig.

Der Effekt hält sich vermutlich in Grenzen. "Ich denke nicht, dass die Besteuerung die Auslandsinvestitionen vermindert", sagt Wang Zhile von der Forschungsstelle Internationale Konzerne des Handelsministeriums der Nachrichtenagentur Xinhua. Chinas Binnennachfrage sei so hoch, dass sich das Land die Maßnahme inzwischen leisten könne.

Aktienanalysten erwarten auch nur wenig Auswirkungen auf die Börse. Die US-Bank Morgan Stanley erwartet nur einen "milden" Effekt der neuen Regelung, da sie für internationale Konzerne nur einen geringen Anteil des Gesamtgeschäfts betrifft.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

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