Abgeordnete entführt
Irak: schwerster Anschlag seit drei Monaten

Die Tumulte im Irak nehmen kein Ende: In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind bei der Explosion einer Autobombe über 60 Menschen ums Leben gekommen. Außerdem sollen bewaffnete Angreifer eine Abgeordnete und ihre Leibwächter entführt haben.

HB BAGDAD. Beim schwersten Bombenanschlag im Irak seit drei Monaten sind in einem schiitischen Armenviertel Bagdads 62 Menschen getötet und 114 verletzt worden. Nach Polizeiangaben detonierte am Samstag eine Autobombe in der Nähe des Marktes von Sadr-Stadt, einer Hochburg der Mehdi-Miliz des radikalen schiitischen Geistlichen Moktada al-Sadr. Am Vortag hatte Al-Kaida-Chef Osama bin Laden seine Anhänger aufgerufen, den Tod seines Anführers im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi, zu rächen. Im Schiiten-Bezirk Schaab entführten Unbekannte eine sunnitische Parlamentsabgeordnete und sieben Leibwächter.

Die Autobombe explodierte der Polizei zufolge, als eine Polizeistreife vorbeifuhr. Viele bis zur Unkenntlichkeit entstellte Leichen lagen auf der Straße. Autos gingen in Flammen auf, Menschen weinten. Aber auch Wut machte sich breit: „Möge Gott die Sunniten verfluchen“, schrie ein Mann. „Wenn die Regierung die Menschen nicht schützen kann, sollte sie es der Mehdi-Armee oder den Leuten selbst überlassen“, sagte ein anderer.

Offenbar bekannte sich eine bisher unbekannte sunnitische Gruppe mit dem Namen „Unterstützer des Sunnitischen Volkes“ zu dem Anschlag. In einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme drohten die Extremisten mit weiterer Gewalt, sollte es in Zukunft Übergriffe von Schiiten auf Sunniten geben. Die Echtheit des Schreibens konnte zunächst nicht verifiziert werden. Es erschien jedoch auf einer regelmäßig von wichtigen irakischen Radikalen genutzten Web-Site.

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