Abgesagte Rede: Camerons europäischer Drahtseilakt

Abgesagte RedeCamerons europäischer Drahtseilakt

Der britische Premier Cameron hat mit den Eurokritikern in den eigenen Reihen zu kämpfen und stemmt sich gegen einen EU-Austritt der Briten. Eine Grundsatzrede sollte die Wende bringen. Doch die fällt aus.
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LondonWinston Churchill hat es versucht, Margaret Thatcher und John Major ebenfalls. Glücklich sind die konservativen britischen Premierminister mit der Europapolitik alle nicht geworden. Der politische Enkel und Ziehsohn David Cameron wollte es jetzt noch einmal so probieren, wie seine großen Vorgänger ihm das vorgemacht haben: Doch aus der lange angekündigten und bereits mehrmals verschobenen Grundsatzrede zur Europapolitik wurde wieder einmal nichts. Diesmal kam ihm Algerien dazwischen.

Cameron wollte ein paar Pflöcke einschlagen. Das Volk soll nach 2015 darüber abstimmen, ob Großbritannien größere Freiheiten in der EU bekommen soll - mehr politischer Abstand und Freiraum für das Insel-Volk vom Block der Euro-Staaten. Damit will der Pragmatiker Cameron vor allem das starke euroskeptische Lager seiner in den Umfragen abgestürzten Tory-Partei zähmen - und die rechte Konkurrenz der Partei UKIP auf Abstand halten.

Doch Cameron agiert glücklos. Noch bevor der groß angekündigte Auftritt am Freitag in Amsterdam wieder abgesagt wurde, wurde der als führungsschwach verschriene Premier mit einer Mischung aus Häme und gut gemeinten Ratschlägen förmlich übergossen. Die verhinderten Gastgeber aus den Niederlanden rümpfen die Nase und fühlen sich ein wenig überfahren. Die Opposition spottet und die eigene Partei ist tief zerrissen.

Oppositionschef Ed Miliband frotzelt ob der immer wieder verschobenen Ansprache, Cameron habe sechs Jahre gebraucht, um eine Rede vorzubereiten, die sein Land fünf Jahre lang in die Unsicherheit stürzen werde. Sein eigener Wirtschaftsminister Vince Cable sprach - noch bevor er von der erneuten Absage erfuhr - von einem „gefährlichen Glücksspiel“, auf das sich Cameron einlasse. Unsicherheit hinsichtlich Großbritanniens EU-Zugehörigkeit werde ausländische Investoren forttreiben - und Großbritannien noch tiefer in die ohnehin seit Jahren anhaltende Krise.

Den Euroskeptikern in der eigenen Partei gehen Camerons Sichtweisen dagegen nicht weit genug. Die Parlamentarier-Gruppe „Fresh Start“ legte ihm einen ganzen Katalog mit Befugnissen vor, die er doch bitteschön aus Brüssel zurückholen solle - wohlwissend, dass dies mit Änderungen der EU-Verträge verbunden wäre und somit für Cameron eine „Mission Impossible“ ist.

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Camerons europäischer Drahtseilakt

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EU-Partner werden ungeduldig

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  • Hallo, Recovery,

    Danke für Deine Antwort, bin auch ein UK Fan, und es tut mir immer weh, zu sehen, wie weit die kurzfristigen Entscheidungen aus der Thatcher Ära reichen, im negativen Sinne natürlich. Mit der Arbeits-'Moral' habe ich kein Problem, wir sind alle Menschen, und wollen morgen auch noch etwas leisten können, sonst erhöht sich die Schlagzahl wie von Geisterhand.
    Wenn Du mit Geld verschieben mehr verdienen kannst, als ein Plumber, der dir immerhin dein Haus wieder i.Ordnung bringt, dann stimmt was nicht.

    hth SK

  • @lichtderaufrechten

    Selten so einen blöden Mist gelesen.

  • an Winter@

    Frag doch Berlusconi ob er euer nächster Kanzler werden will, er ist gerade frei von Verpflichtungen. Der Verspricht euch auf jedenfalls alles was ihr Hören wollt und macht noch eine Große Show dazu als Gratis Einlage.
    Dann habt ihr wieder genügend Munition um auf hohem Niveau zu jammern.

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