Abhörskandale

NSA lauschte bei 35 Spitzenpolitikern

Neues aus dem Snowden-Fundus: Laut „Guardian“ hörte die NSA jede Menge Spitzenpolitiker ab. Namen werden in einem Dokument aus dem Jahre 2006 nicht genannt. Den Verdacht, dass bei Merkel gelauscht wurde, schürt das.
26 Kommentare

Lauschangriff: 35 Spitzenpolitiker „angezapft“

London/BrüsselDer US-Geheimdienst NSA hat nach einem Zeitungsbericht die Telefon-Kommunikation von 35 internationalen Spitzenpolitikern überwacht. Die Nummern habe die NSA von einem Beamten der US-Regierung erhalten, schrieb der britische „Guardian“ am Donnerstag unter Berufung auf Unterlagen aus dem Fundus des Informanten Edward Snowden.

Seit Donnerstag sorgt der Vorwurf für Aufsehen, die NSA habe das Handy von Kanzlerin Angela Merkel abgehört. Das Thema steht auch beim EU-Gipfel in Brüssel im Mittelpunkt. Das Weiße Haus hatte betont, dass Merkels Telefon nicht überwacht werde - aber Angaben zur Vergangenheit abgelehnt.

Das NSA-Dokument stamme aus dem Jahr 2006, schrieb der „Guardian“. Namen seien darin nicht genannt. Die Telefone der 35 Top-Politiker seien unter insgesamt 200 Nummern gewesen, die der Beamte dem Abhördienst übergeben habe. Diese Informationen hätten auch den Zugang zu weiteren Telefonnummern ermöglicht, hieß es. Die Überwachung habe allerdings wenig berichtenswerte Informationen gebracht.

Aus dem Papier gehe auch hervor, dass die NSA Beamte etwa des Weißen Hauses sowie des Außen- und Verteidigungsministeriums ermutige, ihr Telefonnummern ausländischer Politiker weiterzugeben.

  • dpa
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26 Kommentare zu "Abhörskandale: NSA lauschte bei 35 Spitzenpolitikern"

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  • ABER ICH MUSS SCHON BITTEN!

    Großer Schaden kann nicht eingetreten sein, da wir über Nachrichten des Inlandes ja informiert sind, daß unsere Bundeskanzlerin einer der profiliertesten und intelligentesten wenn nicht die Intelligenteste Regierungschefin Europas ist.
    Außer dem liegen mir aus informierten Kreisen überwachte mails vor, die Ihnen hier nicht vorenthalten werden soll:
    “.... 350 g Mehl, 100 g Butter, 200 ml Milch, ½ Ei, Prise Salz und ½ TL Backpulver; nein – nicht die mail ruhen lassen DEN TEIG!”

  • @ Wolfsfreund

    Zitat : 2048 Bit, das dauert noch viele Jahre und 4096 Bit sind derzeit nicht knackbar.

    - mit dem technischen Aufwand haben Sie mit Sicherheit Recht, daß die Knack-Prozedure lange dauern könnte.

    aber wie gesagt, es gibt "Methoden", die sogar erlauben, Bankgeheimnisse zu knacken ( und das machen sogar einfache Kriminellen ).
    Und wenn man den Datenfluß erst mal "ABGESPEICHERT" hat, dann durch Analysen festgestellt hat, daß sich ein Knacken lohnt, wird es auch geknackt !

    Alles eine Frage der Zeit und der Kosten.

    Und Sie müssen dabei bedenken, dass eine 4096-Bitr-Verschlüsselung auch durch IT-Spezies erfolgte.........und die Geheimdienste haben durch ihre "Methoden" auch Zugriff auf diese Spezies !

    In unserem Leben ist halt alles käuflich........auch Verschlüsselungs-Codes !

  • --@ Wolfsfreund

    sorry, sie träumen etwas.

    Es darf keine Software eingesetzt werden, die nicht vom CIA freigegeben wurde.

    Meinen sie wirklich, die Führungskräfte der dt. Unternehmen schlafen noch auf dem Baum ? Aber die Geheimdienste verfügen über Möglichkeiten, die man der Öffentlichkeit normalerweise 10 – 20 Jahre später erst zugänglich macht.

    Und um eine Code zu knacken, muss man nur den Rechner beobachten, der die Daten verschlüsselt. Aber genau das macht NSA und das im Normalfall unterhalb der Betriebssystem-Ebene. Der wahre Bundestrojaner arbeitet übrigens ähnlich. Darum versagten auch fast Schutzprogramme, da sie normalerweise die Betriebssystemebene nicht verlassen.

    Dass sensible Daten nicht auf den öffentlichen gehören ist ein lächerliches Argument. Denn ALLE Daten sind eigentlich sensibel. Der internationale Datenaustausch zwischen den Zweigwerken muss sein und das geht nur über Medien, die die US-STASI abhört und auch auswertet. Dass die NSA abhören kann, ist nicht das wirkliche Problem. Aber die NSA kann diese Daten auch so auswerten, dass sie sich ein Bild machen kann, was wirklich passiert.

    Was Erika da in ihr Handy säuselt, will eh keiner wissen. Aber wenn man in der Lage ist, die gesamten Daten eines Unternehmens sinnvoll auszuwerten, weiß man um das internen know-how eines Unternehmens. Nicht die Einzeldaten sind vertraulich, sondern der interne Zusammenhang dieser Daten.

    Beispiel: Einzelkomponenten von einem Motor sind nicht wirklich wichtig, zumal sie eh fast nur Kaufteile sind. Aber das Zusammenspiel der Einzelkomponenten führt dazu, dass dieser Motor Weltspitze ist. Und wie diese Einzelkomponenten zusammen wirken müssen, das ist das große Geheimnis.

  • @Vicaro

    Einmalschlüssel bedeutet, dass jede einzelne Nachricht mit einem ganz eigenen Schlüssel verschickt wird. Die Verschlüsselung, die uns als "sicher" verkauft wird ist aber meilenweit davon entfernt auch nur annähernd so sicher zu werden, da machen auch 100000bit Schlüssellänge keinen Unterschied.

    Erst wenn der Schlüssel so lang ist wie die Nachricht und nur einmalig Verwendung findet ist nichts mehr zu wollen. Interessant wird Verschlüsselung aber erst dann, wenn man Müll mit in die Nachricht schüttelt ;-)


  • "Alles, was verschlüsselt wird, kann auch entschlüsselt werden. Es ist nur eine Frage der Priorität und Zeit !"
    ---
    Da haben Sie natürlich recht. Aber m.W. dauert die Entschlüsselung eines Schlüssels mit solcher Bitbreite so lange, daß Absender und Empfänger schon lange, sehr lange gestorben sind oder die Nachricht völlig veraltet ist. Knacken kann man natürlich alles, ist die Frage, ob's auch sinnvoll ist. Will sagen, 768 bit haben Wissenschaftler 2010 geknackt,
    http://www.zdnet.de/41525359/?ModPagespeed=noscript
    "Ein Single-Core-Opteron-Prozessor von AMD mit 2,2 GHz und 2 GByte Hauptspeicher hätte für die Berechnung etwa 1500 Jahre gebraucht."
    ---
    1024 bit im gleichen Jahr, aber nur mit Zugriff auf die Hardware:
    http://www.giga.de/extra/pdf/news/wissenschaftler-knacken-1024-bit-rsa-verschlusselung/

    2048 Bit, das dauert noch viele Jahre und 4096 Bit sind derzeit nicht knackbar.

  • @ ShakingDice

    Zitat : Nur Einmalschlüssel sind nicht zu knacken.

    - das halte ich für ein Gerücht ! Alles ist durch die Absaugmethode zu knacken ( wichtig sind natürlich Prioritäten, zumal das Knacken auch eine Kostenfrage ist ).

    Bei Merkel wird wohl kein Geheimdienst dieser Welt solche Kosten investieren. Nach den Knacken und Auswertung des Inhalts muß sich der Geheimdienst ja sofort die Frage stellen, ob es sich um eine gezielte Desinformation handelt...:-) :-)....und dann benötigt man im weiteren Verfahren keine IT-Spezis sondern Psychologen....:-) :-)

  • Für mich ist bei der Bewertung entscheidend, dass die Regierung NULL getan hat, als sie erfuhr, 82 Millionen Bürger dieses Landes werden von "Freunden" ausgespäht.
    Erst in dem Moment, als das "heilige Handy" der Kanzlerin angezapft wurde, interessiert es überhaupt.

    Genau so läuft es auch bei der Kriminalität. Solange man im Sicherheitsparadies ist, geschützt von schwerbewaffneten polizeilichen Kräften, solange ignoriert man die Risiken, denen der normale Bürger jeden Tag schutzlos ausgesetzt ist. Die Polizei für den Bürger ist nur da, wenn sie nicht gebraucht wird. z.B. zum Kassieren von Strafzetteln. Wenn es um den Schutz vor Einbruch und Raub geht, läßt man sich staatlicherseits möglichst viel Zeit mit dem Eingreifen.
    Die Wirksamkeit von privaten Sicherheitsdienstleistern wird politisch massiv verhindert. Seit 1979 fordern die Verbände z.B. den Sachkundenachweis für den Zugang zum Gewerbe.
    Möglichkeiten der Eigensicherung für Wachpersonen sind radikal eingeschränkt worden und die Personenschäden nehmen zu. Dafür werden diese Unternehmen vom Staat zur Inkassostelle für Gebühren herangezogen/mißbraucht. Ich denke dabei an die sogenannte Falschalarmgebühr.

    Bei der Gesundheit sieht es gerade genauso aus. Selbst sind Politiker praktisch privat krankenversichert. Sollen doch die depperten Bürger zwangsversichert sein und nebenbei viele Leistungen gleich selbst zahlen. Die Hauptsache, die Politik steht über den Dingen.

    Aber Achtung: Wer hoch steht, der kann tief fallen. Eure Glaubwürdigkeit liegt bereits am Boden und erholt sich mit dieser Philosophie nie wieder.

  • @Vicaro

    Nur Einmalschlüssel sind nicht zu knacken. Der andere Mist aber schon, weil mit der Datenmenge die Sicherheit drastisch sinkt, egal wie gut der Zufallszahlengenerator auch sein mag (aber sogar der wurde ja bekanntlich bei vielen Produkten manipuliert vom US Geheimdienst).

  • Boah?! Und der Verfassungsschutz bespitzelt die Linken... was ist da denn anders dran als die NSA Bespitzelung?

    Hey, diese Bespitzel-Heinis sitzen alle in der gleichen Jauchegrube! Und da ist Polemik völlig unangebracht!

  • Wenn schon die Industrie sich nicht wirkungsvoll gegen Spionage und Piraterie schützen kann, wie sollten es dann die Politiker, die m. E. ausnahmslos im produktiven Bereich Versager sind (wenn sie es dort überhaupt versucht haben) können?
    Erstaunlich ich für mich allein die Bestürzung beim Publikum über die Unfähigkeit der Akteure in diesem Schmierentheater bzw. die Verwunderung der Politiker über ihre eigene Unfähigkeit.
    Ein - wenn auch hilfloses, aber wenigstens emotional befreiendes - Zeichen von Merkel könnte wenigstens sein, dass Snowdon die deutsche Staatsbürgerschaft angeboten wird. Er müßte ja nicht gleich als Berater der Regierung eingestellt werden. Dort sind integre und unbestechliche Personen wohl eher nicht willkommen. Aber für eine solche Replique ist Merkel sicher nicht Manns genug. Aus ihrer FDJ-Prägung kommt Merkel einfach nicht heraus.

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