„Abkommen von Edinburgh“

Schotten dürfen über Abspaltung entscheiden

Großbritanniens Premier David Cameron ist strikt gegen die Abspaltung Schottlands vom Königreich. Doch gegen ein Referendum darüber hat er nichts einzuwenden. Eine andere Möglichkeit hat er auch kaum.
Update: 15.10.2012 - 17:59 Uhr 13 Kommentare
Premierminister David Cameron (l.) mit Schottlands Nationalistenführer Alex Salmond. Quelle: AFP

Premierminister David Cameron (l.) mit Schottlands Nationalistenführer Alex Salmond.

(Foto: AFP)

Edinburgh/LondonDer Weg für eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands vom Vereinigten Königreich ist frei. Der britische Premierminister David Cameron und der schottische Ministerpräsident Alex Salmond einigten sich am Montag in Edinburgh auf Eckpunkte des Referendums und unterzeichneten ein Abkommen. Stattfinden soll die Abstimmung im Herbst 2014. Beide Seiten feierten die Einigung als historisch. Schotten ab 16 Jahren sollen wählen dürfen. Jetzt gibt es zahlreiche Details zu klären.

„Ich glaube daran, den Menschen in Schottland Respekt zu zeigen“, sagte Cameron mit Blick auf die Zugeständnisse, die London an die Regionalregierung in Edinburgh macht. So überträgt Westminster den Schotten auf begrenzte Zeit das Recht, ein Referendum durchzuführen. Eigentlich hat Edinburgh keine Verfassungsbefugnisse.

Bei der letzten Wahl zum schottischen Regionalparlament im Mai 2011, das es seit 1999 gibt, hatte Salmonds Schottische Nationalpartei SNP eine Mehrheit der Stimmen bekommen - ihr Kernziel ist die Unabhängigkeit Schottlands. „Wir werden gewinnen, indem wir eine positive Zukunftsvision malen“, sagte Salmond. Von ihm und seiner Partei wurde das Schriftstück denn auch gleich „Abkommen von Edinburgh“ getauft und mit historischen Weihen belegt. „Es macht den Weg für die wichtigste Entscheidung frei, die unser Land Schottland seit vielen hundert Jahren getroffen hat“, sagte Salmond. „In diesem Sinne ist dies ein historischer Tag für Schottland.“

Cameron will das Vereinigte Königreich - den Zusammenschluss aus Schottland, England, Wales und Nordirland - um jeden Preis zusammenhalten. Doch er hat kaum eine Wahl: Stellt er sich gegen die Wählerstimmen, die der SNP ihre Mehrheit gaben, sieht es aus, als nehme er die Schotten nicht ernst. Sein eigenes Wahlergebnis wird gefährdet. So muss er darauf setzen, dass die nördlichsten Briten im Endeffekt seine Botschaft annehmen, dass es ihnen ohne den Verbund sehr viel schlechter gehen würde, sie im Prinzip gar nicht alleine können.

Cameron kündigte an, alles dafür zu tun, dass sich die Schotten für einen Verbleib im Vereinigten Königreich - also dem Verbund von Großbritannien und Nordirland - entscheiden. Dafür werde er auch selber Wahlkampf machen. „Lasst uns die Familie zusammenhalten“, sagte Cameron im Sender BBC. „Schottland wird es im Vereinigten Königreich bessergehen, und dem Vereinigten Königreich wird es mit Schottland bessergehen.“

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13 Kommentare zu "„Abkommen von Edinburgh“: Schotten dürfen über Abspaltung entscheiden"

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  • "diese Meinung teilst Du exklusiv"

    Sie beanspruchen für sich für die Allgemeinheit zu sprechen. Sie wurden wohl noch nie daraufhingewiesen, dass dies symptomatisch für Menschen ist, die keine Argumente haben. Ist bei Politiker sehr beliebt ;)

  • @Marco99

    Erstens, Duzen Sie mich nicht.

    Zweitens, kann irgendeine Ihrer Behauptungen einer empirischen Beweisführung standhalten? haha... Sie sind schon so ein Dampfplauder.

  • Ich bin übrigens halb Franke und halb Preusse (Mutter Kriegsflüchtling) - nur um Missverständnisse zu vermeiden

  • "Als ob man von BIP-Unterschiede auf die Intelligenz oder Faulheit der Bevölkerung schließen könne."

    Intelligenz und Bildung sind immer noch zwei verschiedene Paar Schuhe (was man wüsste wenn man wenigstens über eins verfügte)
    Dass man vom BIP-Unterschied NICHT auf Faulheit/Fleiß schließen kann - diese Meinung teilst Du exklusiv mit Samaras/Papandreou und seinen Freunden. Ein Hoch auf die fleißigen Menschen in Griechenland und andernorts die mit ihrem BIP auf Kriegsfuß stehen

  • Sie brauchen sich für Ihre Beschränktheit nicht rechtfertigen

  • Einen solchen Malus bzw. Bonus gab es zu meiner Zeit, daß heißt meine Abi-Note verbesserte sich um 0,5 oder 0,7, müßte nachschauen, also von 2,x auf 1,x als ich von Schleswig-Holstein nach Hessen wechselte, um hier Mathematik, Wirtschaft, Geschichte und Philosophie zu studieren. Ja, ich war entsetzt, wie niedrig das Niveau der Schüler im Rhein-Main-Gebiet war. Ich hab mein Studium über Jahre unter anderem als Nachhilfelehrerin finanziert. Es kommt immer auf die Zeitspanne an, die man betrachtet, damals kamen fast alle hervorragenden Studenten aus der Ferne, so wie mein Mann.

    Nicht vergessen sollte man Sachsen, intelligente, leistungsbereite Schüler, von dort wird auch noch einiges kommen. Leider verlassen sie häufig ihre Heimat.

    Auch möchte ich darauf hinweisen, daß die Bayern gar keine Bayern mehr sind. Die Franken beziehe ich mal nicht mit ein, sonst verletze ich deren Gefühle. Marco99 bedenke mal bitte die hohe Zahl der deutscher Flüchtlinge die Bayern aufgenommen hat, ebenso wie Schleswig-Holstein.

    Grüße

    Chris

  • Der Preusse der seine Geldgeber als Kuhbauern sieht ist der Grieche der Fr. Merkel als Geldgeberin in Naziuniform begrüßt. Exakt das gleiche Niveau

  • Endlich... Dann sind die Preussen endlich diese Kuhbauern los... hmmm... So sieht dann wohl die Kurzantwort mit dem Niveau von Marco99 aus...

  • Ihr habt es selber nicht so ganz zwischen den Ohren. Als ob man von BIP-Unterschiede auf die Intelligenz oder Faulheit der Bevölkerung schließen könne.

    Ich würde es total witzig finden, wenn Schottland ist für unabhängig erklärt. Ob die Schotten dann als Königin ebhalten werden? Egal. Selbst wenn die Schotten ihren eigenen Staat machen, wird ja nicht schlagartig jede wirtschaftliche Beziehung zwischen Rest-UK und Schottland abbrechen. Es würde so gut wie garnix passieren. Ok. Ich denke, dass es für Schottland sehr gesund wäre eine eigene Währung einzuführen (Was praktisch ein Kinderspiel wäre), wegen dem Öl. Ob die Schotten der EU beitreten? Die EFTA wäre auch möglich, ohne wirklich viele Einbußen zu erleiden.

  • Ich will gar nicht daran denken, um wieviel härter/produktiver man im Süden buchstäblich von der Grunschule weg arbeitet als im Norden wenn man sogar noch trotz mehr Feiertagen die Nehmerländer alimentieren muss.

    Deutschland schwächen? Im Süden würde mit Sicherheit ein Wohlstandsboom einsetzen. Im Norden wäre man gezwungen, sich endlich Reformen zuwenden und z.B. Luxus/Unsinn wie die Stadtstaaten in Frage zu stellen. Solange diese aus dem Süden bezahlt werden, sieht natürlich keiner dort eine solche Notwendigkeit - klar, welcher Frosch stellt schon den Teich in Frage, in dem lebt. Aber auch Fragen wie Bildung und Subventionen kämen endlich auf den Tisch. Die südlichen Länder könnten z.B. endlich autark einen NC-Bias festlegen, der norddeutschen - minderwertigen - Abiturprüfungen aufgeschlagen wird, bevor Studenten von dort an süddeutschen Hochschulen studieren können. Schlussendlich würde auch Norddeutschland - konfrontiert mit dem Zwang zu Reformen - gestärkt aus einem solchen Prozess hervorgehen.

    Außerdem bestünde die Chance, eine Parallelwährung einzuführen und ggf. später aus dem Euro auszutreten. Auch eine zentraleuropäische Union mit vergleichbaren, homogeneren Wirtschaftsräumen (und Mentalitäten) wäre in diesem Zusammenhang diskussionswürdig. Letztlich wäre dann auch sichergestellt dass Kanzler/Kanzlerkandidaten nicht ständig aus einem Nehmerland kommen. Ich bin sicher, dass die Idee der Eigenständigkeit im Süden auf viel Zustimmung stoßen würde. Ein Europa der autarken Regionen ist in meinen Augen die Antwort der Menschen auf ein von der Politik aufoktroyiert Zwangszusammenwachsen mit all den negativen Entwicklungen, die wir täglich beobachten können.

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